Impressionen meines Umbaus im "Fotokarussell"

Der T6 in Sottrum, Pläne und Skizzen und dann Fotos vom Umbau. Den Aufwand in Stunden dokumentiere ich hier ebenfalls...

Die Story in Etappen und einigen Bildern...

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1. Zaghafte Versuche

Zu Beginn habe ich (nach einem Besuch bei https://www.waerchzueg.ch in Winterthur) erste Versuche mit dem Isolieren der metallischen Innenwände mit ARMAFLEX begonnen. Das Zeug klebt sofort und ist dann kaum noch zu lösen.  Man muss also vorsichtig zu Werke gehen und strategisch... So habe ich gemerkt, dass ich erst mal gewisse Sachen mit dem dünnen ARMAFLEX  Tape behandle und dann mit dem 19mm Material hinterher gehe, weil an engen Stellen und Kanten das dickere Material kaum noch vernünftig anzubringen ist... Grundsätzlich aber ist das Verlegen von  Armaflex zwar zeitraubend, aber nicht schweisstreibend. Da ich noch gerne so Pi x Daumen arbeite liegt mir diese Arbeit ganz gut. Neben ersten  Versuchen am Dach (Kunststoff) und der Seitenwand begann ich mit dem Alkofen - sozusagen als Uebungsstück, denn dort drin sieht man nachher eh nicht mehr viel...  Ist aber bis jetzt gut gegangen. Das Kleben der Stütz- und Bohrleisten an der gebogenen Wand ist recht tricky - musste sie regelrecht reinspannen/pressen bis zum Aushärten der Verklebung - bis jetzt halten sie gut. Toi toi toi :-)



2.Jetzt wird gebohrt...

Musste recht lange warten, aber dann kam das passende Wetter und die Gelegenheit, das Dachfenster einzubauen. Das Sägen des Kunststoffdaches beim VW-Bus macht einen irren Staub. Auch ist das Material recht splitterig und scharfkantig.  Ich musste dringend mit Maske und Schutzbrille arbeiten. Der Staub war nachher überall, aber jetzt ist das Fenster drin und auch fast 100% dicht. Die Hintere Kante muss ich bei trockenem Wetter dann nochmal nachdichten....





3. Der Fahrzeugboden wird isoliert

Der gesamte Fahrzeugboden muss isoliert werden.  Nicht wegen dem Kondenswasser, aber weil man sonst wohl nie warme Füsse bekommt. Ein permanenter Quell der Kälte...   Also musste erst mal die Bodenplatte raus.  Sie war verklebt, liess sich aber "überreden".  Dann musste ich als erstes den Boden von möglichst allen Resten des alten Klebematerials befreien. Da wollte ich nicht drüber isolieren. Das war eine ziemlich schwierige Sache, denn der Kleber sass fest und musste mit kantigen Holzstücken weggekratzt werden. Aber irgendwann war's dann soweit, dass ich den Boden reinigen konnte.  Ich verlegte die neuen Auflageleisten, die nun höher sein müssen, wegen der Isolation. Nachdem die Leisten verklebt waren konnte ich mit dem Isolieren beginnen.  Alles in allem war ich da mindestens 4 Tage dran. Danach verlegte ich noch "Leerkabel" von dem geplanten Batteriestandort rüber zur Küche... und dann kam der Boden wieder drauf. Sitzt, passt und hat keine Luft :-)


4. Für einige Arbeiten braucht es schönes Wetter

JA, das Isolieren (im  Innenraum) geht auch bei kaltem und feuchtem Wetter, aber die Solaranlage, da brauchte ich gutes und trockenes Wetter. Den vorderen Spoiler habe ich zuerst montiert. Wegen der Dachrundung (ach, der VW Bus hat wirklich so viele Nachteile ;-)  ) sitzt natürlich der gerade verlaufende Spoiler nicht gut und muss recht stark unterfüttert werden. Wegen der immensen Auflagefläche mache ich mir da aber keine Sorge - das hält. Vorne werden die Solarzellen nur gesteckt.

In einem nächsten Arbeitsschritt und beim nächsten Hoch konnte ich dann die hinteren Halterungen setzen. Auf ihnen werden die Solarzellen  verschraub. Auch die Dachdurchführung für die Kabel konnte ich einbauen. Ich fand bei PATSCHI (Camper Nr. 2) negativ, dass man diese Durchführung einfach auf das Fahrzeug klebt. So kann man ja nie mehr dran, wenn es sein sollte. Drum habe ich mir eine Platte unter das Plastikteil gebastelt mit eingeschlagenen Gewinden.  Diese Platte habe ich am Dach verklebt und kann nun die Dachdurchführung abschrauben - bei Bedarf. Solche Sachen finde ich cool! Jetzt hab ich dann Strom und kann bei Gelegenheit auch damit arbeiten...

Während diesem schönen Winterhoch konnte ich auch das Seitenfenster ins "Dach" einbauen und wieder machte mir die gebogene Seitenwand massiv zu schaffen. Nur mit viel Dichtmasse und zwei Aluwinkeln konnte ich - so vermute ich zumindest - eine brauchbare Lösung finden. Der baldige Regen wird es weisen...


5. Der Alkofen beschäftigt mich

Endlich konnte ich mit dem  Alkofen weitermachen und die Holzlattung einbauen. Dazu verwende ich sogenannte Teppichleisten - schweineteuer, aber leicht und dünn. Dennoch spannen sie beim Einbauen ziemlich, so dass ich vorsichtshalber jede Leiste vor dem Einschrauben noch in den Brunnen gelegt habe.  Im feuchten Zustand  kann sie ein wenig "in  Form" gehen und spannt weniger - hoffentlich. Wäre schon ein kleiner Albtraum, wenn die Schraubleisten sich vom Dach lösen würden - irgendwann. Genau darum baue ich auch den vorderen Abschluss nicht fest ein. Ich muss mir den Zugang freihalten.  Der "Deckel" vorne wird also geschraubt und der Rahmen ebenfalls nicht vollständig fest verbaut. Mal so provisorisch habe ich auch schon Licht rein gemacht - hilft beim  Bauen und sieht gleich schöner aus. Eine ziemliche Frimelei ist dann der Uebergang in den Ecken -

In einem nächsten Foto zeige ich dann, wie ich das gemacht habe. Seitlich und im  Uebergang arbeite ich übrigens mit Pappelsperrholz.


6. SEEMOEWE beim  Spengler

Als ich den VW Bus in Sottrum abholte habe ich mich nicht so wirklich um die äusseren Schäden gekümmert. Im Nachhinein hätte ich wohl noch ein bisschen auf einem Preisnachlass beharren sollen. Nun aber sah ich diesen Winter, dass die behelfsmässig geflickten Kratzer zu rosten begannen und es war klar, dass das gemacht werden muss. Nicht so mein Ding und drum ist die Seemöwe aktuell in der Spenglerei und wird "hübsch" gemacht.  Gleichzeitig haben sie mir auch noch die Oeffnung ins Blech geschnitten, die es für den Camping-Stromanschluss benötigt. Wenn diese Arbeiten fertig gestellt sind kommt dann wieder die Herausforderung, wie ich die SEEMOEWE wieder auf meinen Hof bringe, denn aktuell liegt jetzt schön viel Schnee...    Schliesslich will und muss ich weiterbauen - sonst werde ich nie fertig bis im  Frühjahr! Tja - gestern dann habe ich die SEEMOEWE wieder abgeholt.  Sieht gut aus - einfach schöner als mit Beulen und Schrammen... Und heute fuhr ich dann gaaanz langsam die verschneite und steile Strasse hinab auf meinen Arbeits-/Parkplatz. 


Damit die ganzen Formanpassungen, die beim  Einbau von Holzteilen im Bus nötig sind (30 mal rein und raus), schneller vorwärts gehen und mit weniger Mühe verbunden sind habe ich mir nun einen mobilen Bandschleifer von Makita gekauft. Davon verspreche ich mir einige Erleichterung!


 

7. Elektrik basteln...

Da ich ja nicht immer direkt am Bus arbeiten kann nutze ich die Zeit zwischendurch, um die elektrischen Geschichten vorzubereiten. So will ich z.B. gewisse Dinge doppelt ansteuern können, wie z.B. die Aussenbeleuchtung. In der Nacht, sollte ich mich mal nicht so wohl fühlen beim WILD  CAMPEN, soll die Aussenbeleuchtung mit einem Bewegungssensor funktionieren. Ich will die Aussenbeleuchtung aber auch einfach EIN/AUS-schalten können - allenfalls auch mit einem Dimmer. So habe ich nun diese Verschaltungen ausprobiert. An erster Stelle kommt ein EIN1/AUS/EIN2 Schalter, mit dem ich zwischen AUS  und einer der beiden Varianten (EIN  /  Bewegungssensor) wählen kann. Dahinter dann wird auf z.B. EIN2 der Bewegungssensor verdrahtet. Es funktioniert und ich weiss nun, dass ich das später so im  Bus installieren kann.

Eine indirekte Beleuchtung mit LED-Band habe ich mir auch gebaut und bei dieser Gelegenheit gleich ausprobiert, an dem durchgeschnittenenen LED-Band wieder zwei neue Drähte (plus und minus) anzulöten.  Auch das hat gut und einfach funktioniert und ich finde es wirklich eine tolle Sache, dass man so ein LED  Band derart individuell nutzen kann!

Der Stromverbrauch des ganzen Bandes (5m) beträgt ca. 12 Watt/h und ich kann aus diesem Band wohl mehr oder weniger alle Leuchtbedürfnisse im  Bus abdecken... Schon cool!


8.Dachfenster mit Beleuchtung - self-made

Das Dachfenster ist ja schon länger eingebaut. Nun habe ich noch den unteren Teil montiert mit den Jalousien für Mücken oder Verdunkelung. Und... einer Beleuchtung, die ich mittels LED  Band seitlich verdeckt eingebaut habe. Man schaut praktisch nie direkt in die LED und es verbreitet ein angenehmes indirektes Licht, das wohl nicht zu Lesen genügt, aber ansonsten schön wohnlich wirkt.

Und wenn die Beleuchtung aus ist leuchtet immerhin noch der Ein/Aus-Schalter :-)





9. Die Erschöpfung

Nachdem ich den Alkofen fertig hatte kam der Koller... Ich verzagte tatsächlich ob der unendlich erscheinenden Arbeit und Probleme. Ich hatte auch erfahren, dass es für die Gasflasche ein Loch im Boden des Buses braucht, das Verlege der elektrischen Kabel machte enorm Probleme und Stress und auf einmal war mir alles zuviel.... Ich erkannte, dass ich mein Ziel, den Ausbau bis Mitte Mai abzuschliessen - niemals schaffen kann. Meine geplante Englandreise also fällt ins Wasser.... 

Dennoch, die Fertigstellung des Alkofens war für mich ein enorm wichtiger Schritt. Etwas, was fertig war, das wusste ich, das gibt mir Kraft und wenn es gelungen ist auch Freude. Und das ist wirklich eines meiner Hauptziele - trotz aller Nicht-Befähigung und meiner amateurhaften Ausrüstung muss das Ergebnis "im sichtbaren" Bereich einfach gut bis sehr gut werden - nicht perfekt, aber in keinem Fall ein Gebastel oder schlechte Arbeit. Ansonsten würde ich nie zufrieden sein mit meiner Arbeit!


Auf dem nächsten Foto sieht man die Wand des Alkofen und die Klappe. Beides aus Arvenholz von der Schreinerei Bösch in Stein Toggenburg. Ich bin sehr froh um die UNterstützung von Frau Looser! Sie hilft mir, den Bus mit dem Arvenholzausbau zu etwas ganz Besonderem zu machen.



10.Slow-down and take it easy

Der Motivationskrise bin ich damit begegenet, dass ich mir selber erst mal den Druck rausgenommen habe. Das neue Ziel - irgendwann im  Sommer fertig zu sein - lässt mir nun genug Luft, damit ich weiter in  Ruhe am Bus arbeiten kann. Das nahende Frühlingswetter wird dazu beitragen, dass ich wieder öfter draussen arbeiten kann, und anders geht es ja gar nicht. Mein Bastelraum ist für die meisten Arbeiten ungeeignet.

Mittlerweile habe ich die Decke mit zwei MDF-Platten fast fertig. Die Schraubgewinde auf der linken Seite fehlen noch und dann braucht es noch Zungen, die die Schmittstelle in der Mitte schön ausrichten, damit die Platten nicht auseinanderdriften. Den Spalt lasse ich fürs Erste und warte auf eine gute Eingebung, wie ich diesen optischen Mangel noch "optimieren" oder verdecken kann.


Hier sieht man den Deckenunterbau                                                                   Und hier sind die beiden MDF Platten drauf

Hier sieht man die linke Seitenwand - Nr. 3, aber jetzt sitzt sie und ist 

sauber eingepasst!


11. Wie ich arbeiten kann (muss)

Hier ein paar Impressionen von meinem Werkraum, dem sogenannten NCOCS ("nice-conditions-outdoor-crafts-site")


12: Die linke Seite kommt endlich voran...

Nachdem ich die Seitenwand drin hatte habe ich angefangen, die Truhe und den Arvenschrank zu planen und habve dann die Teile bei meiner Schreinerin bestellt. 


Dann gings mit der Verkleidung dieser blöden (wenn auch nötigen) Verstärkung weiter, die unterhalb des aufgesetzten Hochdaches nochmal die notwendige Festigkeit der Karrosserie sicherstellt. Auch hgier ist nichts, aber auch gar nichts gerade, oder eben, oder durchgehend gleich in den Massen. Eine mega Tüftelei und ich sagte mir, dass das für mich wohl die (nach jetziger Erkenntnbis)  anspruchsvollste und schwierigste Arbeit wird. 

Ich verschliff zwei Arvenholzbretter komplett - und brachte sie nicht passend. So habe ich es aufgegeben, diese Verkastung mit Arve zu machen - schon weil es wieder eiune Verzögeru g bedeuten würde. Ich nahm statt dessen dünnere Fichtenleisten vom JUMBO, die ich einfacher berabeiten kann. So kam ich zurecht und bin nun fast fertig. Unten fehlt nun noch der Abschluss und Uebergang zur weissen Seitenwand. Das mache ich diese Woche.  Wenn es fertig ist kann ich die Trennwand an dieses Profil anpassen und dann geht es mit dem Arvenmöbel los! Juhui!

Oberhalb dieser Verstärkung habe ich die Seitenwand nun isoliert und mit Fichtenlatten versehen. Sie sind verschraubt und verklebt und alles, was darunter liegt ist nun nicht mehr zugänglich. Da kann man nur hoffen, dass ich an alles gedacht habe :-)

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