Eine unglaubliche Geschichte
Artikel vom Dezember 2025 - update vom 12.02.2026

...rankt sich um dieses Modell. Um das da oben? Nein, um dieses hier unten...
Das nämlich ist die erste VENTUS 2c , die ich dereinst einmal von Herrn GEWALT aus Reutlingen - einem damals weitherum bekannten Händler toller Modellflugzeuge - auf dem Parkplatz der Messe in Friedrichshafen gekauft habe. Es muss viele, viele Jahre her sein - mal sicher mehr als 20...!
Da ich, wie schon erwähnt, seit dem Einstieg in die Gleitschirmfliegerei die Motivation für ein Engagement im Modellbau stark eingebüsst habe, blieb der Bausatz des Ventus in meinem Keller und wartete und wartete.... Zum Glück rosten die Modelle nicht! Die Flügel sind mittlerweile fertig - einsatzbereit. Der Rumpf hingegen noch lange nicht.

Dann fand ich im Jahr 2024 das Angebot von Urs..., der sich von seiner fast neuen VENTUS 2c trennen wollte. Für mich die Gelegenheit, doch noch mit einem VENTUS 2c fliegen zu können und zudem eine Lösung für allfälligen Ersatzteilebedarf. In diesem Zusammenhang erfuhr ich, dass das Modell immer noch gebaut wird. Offenbar gingen die Formen nach Italien. Das Modell hat nun nur noch zwei Klappen pro Flügelseite und nicht mehr drei - ansonsten scheint es mir unverändert.
Durch Urs komme ich nun tatsächlich dazu, das Modell aktuell fliegen zu können! Vielen Dank!
Der Bausatz im Keller hat noch nicht wirklich weitere Fortschritte gemacht - und das obwohl die Flächen einsatzbereit wären! Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der erste VENTUS 2c einmal flugfertig wird. Meinen Projektbericht dazu findest Du hier
Technische Daten
Der VENTUS 2c wird übrigens nach wie vor gebaut bei GliderIT
Unit of Measure Value
| Spannweite: | mm | 4.500 |
| Tragflächeninhalt: | dm2 | 64 |
| Rumpflänge: | mm | 1.650 |
| Gewicht (glider config): | ∼kg | 5,6 |
| Gewicht (extralight tech., glider config): | ∼kg | 5,0 |
| Tragflächenbelastung (extralight tech., glider config): | g/dm2 | 79 |
| Profil: | n/a | Mod. Eppler |
VENTUS 2c - Ein Grossmodell ist einfach super, aber auch anspruchsvoll
Erste Einsätze
Mit Hilfe von Urs Rohr konnte ich den neuen VENTUS 2c einfliegen. Mit dem eingebauten 6s Antrieb zieht das Modell fast "brutal" nach oben. Für einen selbständigen Handstart perfekt, denn ich muss nur mit Halbgas loslaufen, dann Vollgas reinschieben und schon reisst es mir das rund 5kg schwere Modell förmlich aus der Hand. Der ansonsten meist recht risikoreiche Handstart eines Grossmodelles wird so recht einfach und sicher - auch, weil ich mich nicht auf fremde Starthelfer verlassen muss! Bisher konnte ich den VENTUS 2c immer gut alleine starten und selbst ein ziemlich missglückter Handstart eines Helfers konnte dank dem starken Antrieb ohne Desaster überstanden werden.
Der Erstflug in der Ebene verlief problemlos. Der VENTUS 2c kam mir nicht gerade wie ein Leistungsmodell vor, aber er hatte ein imposantes Flugbild, das jedoch in der Ebene nur bedingt zu Geltung kommt. Am Hang ist das viel schöner, wenn man so auf Augenhöhe fliegen kann. So folgte der nächste Flug dann auf der Hochalp und prompt scheiterte ich an der Bewältigung einer schonenden Landung. Kurz vor dem Aufsetzen kippte das Modell mangels Tempo ab und der Rumpf wurde stark beschädigt. Zum Glück ist der Rumpf des VENTUS 2c geräumig und so glang mir die Reparatur wirklich gut. Mir war klar, dass ein Fluggelände mit anspruchsvollen Landemöglichkeiten zu gefährlich war für dieses Modell. Zuerst muss ich jetzt mal Flugerfahrung sammeln und wenn ich es dann im Griff habe kann ich auch schwierigere Landungen bewältigen.

Flugleistung und Fliegen mit dem VENTUS 2c
Anfänglich war ich von den Flugleistungen des VENTUS 2c wirklich nicht begeistert! Ein Leistungssegler wird er natürlich auch nie werden. Ich merke aber, dass ich erst mit der Zeit wirklich in der Lage bin, die Leistungsfähigkeit dieses Modelles richtig einzuschätzen. Schlecht geflogen - schlechte Leistung. Insbesonders musste ich feststellen, dass die letzte Korrektur der Querruderausschläge nun eine deutlich bessere Steuerreaktion gebracht hat. Etwas, das man natürlich besonders beim Kreisen spürt. So konnte ich bei meinem letzen Flug in sehr schwacher Thermik recht lange oben bleiben und es hat richtig Spass gemacht! Eine weite Landewiese vorausgesetzt funktionieren die Landungen wirklich schon recht gut. Die Funktion der Bremsklappen (in Verbindung mit zugleich ausfahrenden Wölbklappen) ist wirkungsvoll und gut zu dosieren. Das Modell neigt generell nicht zu einem abrupten Strömungsabriss und fängt sich nach einem überzogenen Flugzustand rasch wieder auf - allerdings mit einigem Höhenverlust.
Den Einsatz der Wölbklappen - insbesonders für das thermische Fliegen - bin ich noch am ausprobieren. Grundsätzlich aber finde ich es immer interessant, wenn man solche Spielereien hat, denn sie erweitern nicht nur die Möglichkeiten, sondern machen das Fliegen auch interessanter.
...aber auch einfach toll mit seinem Flugbild
Ja, das ist der Grund, warum ich mit dem Ventus noch ein Weilchen Fliegen will, denn ich habe ja aktuell kein anderes derart schönes und grosses Segelflugmodell. Und solange das so ist bleibt der VENTUS 2c mein schönster Grosssegler :-)
passendes Foto fehlt noch...
Schwachstellen optimieren
14.02.2026
Der Ventus hat werkseitig einen kurzen, fest montierten Torsionsstab aus Stahl im Flügel. Bei Landungen rutscht dieser schnell einmal heraus und das hat zu Beschädigungen an der Flügelwurzel geführt.
Nun war ich's leid und habe einen durchgehenden Torsionstab eingebaut, der zudem in einem Messingrohr geführt wird und nicht nur in einer Bohrung im GFK sitzt. Der Stahlstab ist auch im Flügel in einem Messingrohr geführt und etwa doppelt so lange wie vorher. Nun hoffe ich, dass dieses Problem bei den Landungen gelöst ist.

Letzthin auf dem St.Anton
Auf diesem Foto sieht man auch, dass der Flügel bei der Landung herausgerutscht ist - noch nicht so weit, dass der Torsionsstift herausgerutscht war... Das ist jetzt vorbei :-)