Schwierige Landungen meistern...
Erstfassung:Oktober 2025 Zuletzt überarbeitet: August 2026
Dieses Jahr hatte ich zweimal nur noch ein Bachbett als letzte Landemöglichkeit. Darüber möchte ich hier beispielhaft schreiben...
Ich schreibe hier über eine Bachbettlandung - stellvertretend für viele "Situationen in der roten Zone". Es geht mir also nicht darum, wie man diese Situation hätte vermeiden können. Es geht mir auch nicht um eine Verharmlosung oder darum , dass man das nachmachen soll. Es geht mir darum, was uns Gleitschirmpiloten hilft, bzw. nicht hilft, wenn wir in eine solche Situation geraten - nur darum!
Natürlich könnte man darüber reden, warum es überhaupt dazu kam - was lief vorher falsch? Und dann könnte man sein Verhalten allenfalls in Zukunft anpassen. Das Lernen aus Fehlern und überhaupt ist immens wichtig im Gleitschirmsport. Hier geht es aber um Situationen, in die wir alle kommen können, weil einfach gesagt nach "Murphys Gesetz" niemand davor gefeit ist! (Siehe dazu auch: Deine skills sind mitentscheidend!)
Die "Situationen in der roten Zone" verlief wie folgt: Du siehst es auf dem Foto oben gut - bei dieser Landung hätte es auch zu einem Unfall kommen können. Am Ende eines Streckenfluges bleibe ich in einem wilden Tal hängen. Es hätte diverse Möglichkeiten gegeben, in irgendeiner Weise zu landen, aber es gab ganz sicher kein Entkommen. Ich versuchte, auf einer schmalen Strasse zu landen aber der Versuch misslang.Es blieb nur noch das Bachbett als letztes mögliches Landegebiet oder alternativ eine crashlandung irgendwo im Gestrüpp.
Die kurze Landestrecke im Bachbett zwang mich dazu, den Sinkwinkel stark zu erhöhen. Zudem konnte ich es mir nicht leisten, mit viel Fahrt zu Boden zu kommen. Ein kurzer Moment, in dem ich mich entscheiden musste. Ich flog nochmals einen Kreis, hielt dann auf das Bachbett zu und reduzierte meine Vorwärtsgeschwindigkeit durch starke "Schüttelbewegungen" (intervallartiges starkes Betätigen der Bremse für weniger als eine Sekunde), was gleichzeitig die Sinkrate erhöht... (Anmerkung: Das "Schütteln" praktiziere ich ab und zu und denke, dass ich ein gutes Gespür für den Schirm habe, um einen Strömungsabriss zu vermeiden) (Die Szene ist in folgendem Video (YouTube) ab Minute 27 zu sehen.)
Das könnten Reaktionen sein, die in solchen Moment zu einem schlechten Ausgang führen würden:
- Angst und Blockaden
- riskante und spontane Manöver
Als ich also merkte, dass ich nun definitiv das Bachbett anfliegen musste bin ich total ruhig geblieben. Darüber bin ich extrem froh, denn es zeigt, dass "meine Erfahrungen mich tragen" und das Vertrauen auf meine skills so gross ist, dass ich weiss - "Du musst einfach das Bestmögliche aus dieser Situation machen", denn rauskommen tust Du eh nicht mehr.
Ich habe in dieser und einer anderen Situation realisiert, wie verdammt wichtig es ist, ruhig zu bleiben und einfach das abzurufen, was man kann (skills). Zeit für Entscheidungen blieb in beiden Fällen nicht. Ich musste mich für eine Anflugrichtung entscheiden, den Schirm ruhig halten und bereit sein... Es ist beide male gut verlaufen - auch hier bei der Landung im Urnäschtobel.

Mein Gedanke dazu:
Wenn Du merkst, dass Du in Gefahr bist - bleib besonnen und ruhig in Deinen Entscheidungen und Aktionen.
Handle nur spontan, wenn Du dazu gezwungen sein solltest und versuche einfach, das Beste aus der Situation zu machen.
Egal, ob es gut oder schlecht kommt - lerne daraus!