SAMBA (RcPara Modell von RcParaworld, 2014)

Der SAMBA war der dritte double skin im Programm von Rc-Paraworld und hatte eine Spannweite von 4m (ausgelegt). Hergestellt nach lizenzierten Plänen wurde er bei SOL-sports in Brasilien.

Bei seinem Erscheinen 2014 war der SAMBA der erste 4m Modellgleitschirm auf dem Markt. Mit seiner Streckung von 8.04 und den langen Leinen war er in seiner Auslegung einzigartig. Die Leistung des  SAMBA liess sich zumindest damals durchaus sehen. Leider verwendete SOL (Hersteller)  einfach zu schweres Tuch, was dem Oeffnungsverhalten des SAMBA nicht gut tat. Nach einem Klapper war das zu 50% auch ein Absturz. Das war auch mit anderen double-skins damals nicht viel anders. Der Markt tendierte daher erst mal deutlich in Richtung der wesentlich sicherer zu fliegenden single-skins!

Da ist man heute doch schon deutlich weiter - teils sicher auch wegen der leichteren Tücher, aber auch die Profile sind heute deutlich resistenter und beim  PHASOR kommt dann noch das RAST-System dazu. Der PHASOR  ist dem SAMBA eigentlich in allen Belangen klar überlegen. Na, 10 Jahre Entwicklung sollte man ja auch spüren, dass es vorwärts geht, nicht wahr?

Das Steuerverhalten des SAMBA ist anspruchsvoll, denn die Bremswege sind kurz. Der SAMBA neigt zum Strömungsabriss, wenn zu stark gebremst wird. Heute fliege ich den SAMBA  aber immer noch gern - vor allem auch, weil er nun einen tollen Antrieb bekommen hat, der den motorisierten Steigflug klar erleichtert und optisch was hergibt. Ruhige, laminare Bedingungen sind für das Fliegen mit dem SAMBA aber von Vorteil!

SAMBA am St.Anton mit einem Hacker Rucksackmotorantrieb


Meine Meinung zum Modell

In diesem Abschnitt beschreibe ich einfach, was meine subjektive Wahrnehmung zu diesem Modell ist und was es mir bedeutet...

Was gefällt mir am SAMBA?

Mit dem SAMBA  verbindet mich natürlich die Erinnerung an mein kommerzielles Engagement im Thema RcPara in der Zeit von 2010 bis 2015. Mir gefällt das Design und die Leistung ist soweit eigentlich wirklich immer noch ordentlich.  Das Startverhalten ist recht einfach. Dass ih damals dieses Modell zusammen mit SOL  auf den Markt bringen konnte und auch in recht vielen Exemplaren verkaufte zaubert mir heute noch ein Lächeln aufs Gesicht!

Wo sehe ich Schwachstellen bzw. Herausforderungen beim SAMBA?

Schwachstellen hat der SAMBA.  Einmal sicher seine Klappanfälligkeit und damit verbunden das latente Absturzrisiko. Dem kann man aus dem Weg gehn, indem man nur bei ruhigen Bedingungen fliegt. Das ist aber ein Einschränkung. Dann ist der SAMBA schon ein bisschen ein Mimöschen, was das Steuerverhalten angeht. Fliegbar - ganz klar - aber man muss immer schön aufpassen, dass man nicht zu feste Bremst oder Steuert, sonst neigt der SAMBA rasch zu Strömungsabrissen. Alles in allem schon ein anspruchsvolles und nicht völlig zufriedenstellendes Modell - aber eines mit Nostalgieeffekt :-)

Andy und Power Andy

Schon für den FUN3 baute ich aus Holz, Stoff, Metall und Schubimehl den ersten "ANDY", eine vorbildähnliche "Gondel" , mit der ich den Modellgleitschirm Steuern und damit Fliegen lassen konnte. ANDY ist einem Liegegurtzeug nachempfunden, wie sie heute sehr oft im  Einsatz sind. Die Holzkonstruktion erwies sich als robust und gleichzeitig weniger Gefährlich als die meist aus Metall gebauten Antriebsondeln damals. Bald einmal versuchte ich dann, diese Gondel zu motorisieren, was bei der ersten kurzen Version noch ganz gut funktionierte - trotz Frontantrieb. Je vorbildgetreuer und länger ich die Gondel aber baute, umso schwieriger wurde es dann, die Kraft des Propellers wirklich auch in Vortrieb umzusetzen. Die Kräfte wirken halt nicht nur nach vorne, sondern auch seitlich und nach oben. Gegenüber den Heckantrieben war ich damit völlig im Nachteil - stellte aber selber nie auf Heckantrieb um. 

Warum ich eigentlich nie auf den Heckantrieb gewechselt hatte weiss ich nicht! Aber eins ist klar: Heckantrieb ist gefährlich! Schon viele RcPara Piloten haben sich an der Hand verletzt, weil sie nach dem Aufziehen des Modelles zu schnell den Antrieb eingeschaltet haben. Auch ich selber landete aus diesem Grund an einer DM in  Heidelberg  im Universitätsspital. "Heckantrieb" verlangt eine klare Vorgehensweise und Disziplin beim Start. Es muss Dir egal sein, ob Du mit dem Modell einen sauberen Start hinbekommst - der Motor wird erst eingeschaltet, wenn Du das Modell davonfliegen siehst!


Die nächsten zwei Fotos zeigen den Rohbau und die flugfertige Version des PA4


           




Der Power-Andy Nr. 4 war definitiv der Schönste von allen, aber   für das motorisierte Fliegen mehr oder weniger unbrauchbar... 

Die Gondel brach entweder seitlich aus - bis zum Twist - oder aber sie bäumte sich so auf, dass ein Steigen und ein reguläres Flugverhalten unmöglich waren. Diese schöne Konstruktion kam daher bisher nur wenige Male zum Einsatz.

Power Andy new-generation            

Im Jahr 2025 hatte ich die Idee, meinen den power-Andy auf Heckantrieb umzubauen und zu versuchen, ob ich ihn damit brauchbar für den realen Einsatz machen könnte. Meine Erfahrungen mit dem Rocket von para-aviation-rc haben mich zusätzlich motoviert. Für den Testumbau wählte ich meine erste power-Andy Konstruktion. 



Der Effekt des Umbaus war tatsächlich frappant und zeigte mir, dass ich mir (zu RcParaworld Zeiten) zu wenig Gedanken über die Probleme und deren Ursachen gemacht habe, die ich damals mit dem power-Andy hatte. Mit dem neuen Heckantrieb (daher n.g = new generation) wirkt der Schub sehr neutral und die Gondel bleibt ruhig. Das Steigen mit Motor ist tatsächlich einwandfrei und gut. Der Umbau hat sich also mega gelohnt und das freut mich, denn nun wird der power Andy 4 ganz sicher auch noch umgebaut und ich kann das schöne Modell doch noch einsetzen!

Links auf dem Bild sieht man den SAMBA im Flug mit dem power-Andy n.g. Wenn man die Silhouette von hinten anschaut muss man sagen, dass das doch recht originalgetreu aussieht...

            


Video 1 ist Erstflug mit dem neuen Druckantrieb

Video 2 ist  eine Aufnahme aus Castelluccio/Italien - allerdings gänzlich motorlos ;-)