Herbst/Winterreise (2026/27)
Von September 2026 bis März 2027 möchte ich mit einem halben Monat Unterbrechung mit der Seemöwe auf Reisen...
In der aktuellen Lage weiss man ja nicht wirklich, was morgen allenfalls weltpolitisch passieren kann - darum nehme ich es locker und denke mal, dass ich das so mache - wenn nichts dazwischen kommt!
Der Start erfolgt wie schon mehrere Jahre im September mit einer Flug-reise nach Castelluccio (Perugia) und Norma (Latina).
Ab und zu, wenn der VW-Bus so vor sich herschnurrt muss ich ihn einfach bewundern. Du "fütterst" ihn mit Diesel und er rennt und rennt - bis Du den Zündschlüssel wieder umdrehst...
Irgendwie find ich's doch mühsam, die aktuelle Geschichte oben zu platzieren - vor allem zum Nachlesen. Also - das Aktuelle ist jeweils zuunterst!
>>>> Neuster Beitrag ist die Nr. 10! <<<<
Beitrag 1: Castelluccio (31.8.26 -7.9.26)
Mit einem Zwischenhalt bei Capo Lago (Luganersee) bin ich am 31.8.26 in einem "Schnurz" nach Norcia und dann weiter, hinauf nach Castelluccio gefahren. Auf dem Pass, wo man das erste mal ins Hochtal blickt, erwarteten mich nicht nur der Anblick auf ein wunderschönes und mir liebes Stück Natur, sondern auch angenehme Temperaturen. Das war der Grund, warum ich diesmal nicht an der Adria Halt machte. Bei 35° am Tag ist auch die Nacht im Bus unangenehm. Hier oben kühlt es anfangs September in der Nacht (heute gemessen) bereits deutlich ab, so zwischen 10° und 4°. Das schaut dann morgens so aus... 
Im Laufe des Septembers wird es weiter abkühlen und dann liegt morgens jeweils bis ca. 10:00 Uhr Hochnebel über der Ebene und die Nacht wird frostig... Das ist schon eine eher ungewöhnliche Kälte hier oben. Die Ursache liegt vermutlich darin, dass sich in der Senke der rundum geschlossenen Hochebene nachts ein Kältesee bildet. Die kalte Luft - insbesondere vom Monte Vettore (2'500m) - fliesst dabei ins Tal und kann dort nicht abfliessen. Darum ist es auf den Passhöhen der Hochebene, ja schon im ca.200 Meter höher gelegenen Dorf - jeweils noch deutlich milder in der Nacht. Der Stellplatz bei der Sibilli Ranch ist aber einfach der weitaus schönste und hat viele klare Vorteile.
1. Kann man hier Landen und ist gleich beim Bus
2. Kann man von hier gut zum Startplatz Fontanile hiken
3. Ist man hier nicht alleine, weder was Menschen, noch was Tiere betrifft. Hier lebt das Tal, hier ist es urchig. In Castelluccio ist es touristisch.
Am zweiten Tag traf ich Urs Vetsch - ganz zufällig. Er wusste, dass ich in der Gegend war, weil er meine Flüge gesehen hatte. Mit ihm war ich vor ca. 8 Jahren zusammen auf einer Flugreise mit Röbi Muggli, auf der wir auch Castelluccio kennen lernen durften.
Beide erlebten wir einen fantastischen Flugtag!


zum Flug https://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:Bergfalke/3.9.2026/09:25
Das ist hier oben wirklich ein besonderes Erlebnis:
Grosse Pferdeherden, zusammen mit Eseln, sowie weidende Rinder- und Schafherden mit Hirten. All das kann man hier zum Teil ganz nah beobachten.
Auf dieser Aufnahme haben die Esel gerade "Freigang" und bewegen sich neugierig und kontaktfreudig um die Camper. Im Hintergrund sind Gleitschirmer am groundhandlen.
Voll friedlich oder "Patschifig"
Wie jedes Jahr traf ich bald auch den Uli aus der Gegend von Memmingen. Ihn sehe ich jedes Jahr hier um diese Zeit. Wir haben uns jetzt vorgenommen, dass ich ihn einmal besuhen komme nähses Jahr.
Mein schönster Flug bisher hier in Castelluccio - das war dann der Flug, den ich am 6.9.26 gemacht habe. Ich erlebte dabei einen teilweise magische Momente, sehr hohe Basishöhen und meinen ersten Flug über die Ebene von Norcia, an Norcia vorbei und ein Stück gegen Westen und dann zurück zum Startberg, der Fontanile. Ein geschlossenes 65km FAI - ein grosser Wunsch ging in Erfüllung. Unten geht's zum Video!
Mein coolster XC-Flug in Castelluccio - ever :-)
Beitrag 2: Neuland - Abruzzen (7.+8.9.26)
Letztes Jahr suchte ich nach neuen Fluggebieten in Italien und fand, dass das Gran Sasso Gebirge auch für Flüge genutzt wurde - das wollte ich mir anschaun. Auf meinem ersten Streckenflug in Castelluccio habe ich dann bei der Wende im Süden den Lago di Campotosto entdeckt, weit über das Tal Richtung Süd-Osten. (siehe Kartenausschnitt unten). Die Grösse war auffällig und auch die Form. Es stellte sich heraus, dass der See künstlich angelegt ist, auf 1'300müM liegt und der grösste Stausee Italiens sei. Ausserdem liegt er im Gebiet Gran Sasso. Ich entschied mich also, die 1-stündige Fahrt zum See zu machen, um dann anderntags weiter nach Norma zu reisen. Wegen zu starken Winden hatte ich das Fliegen gar nicht in Betracht gezogen. Es ging mir ums Anschaun und kennen lernen. Der Ausflug hat sich gelohnt!
Auf dem Foto links komme ich gerade von Nord-Westen an den See und blicke auf die grossartige Bergkulisse des Gran Sasso im Hintergrund. Ich schätze, der zweiarmige See hat eine über 50km lange Uferzone, der man rundum entlang fahren kann. Obwohl der See also wirklich gross ist hat es nur zwei kleinere Ortschaften in Seenähe. Klassische Seepromenaden findet man dort nicht. Ich habe beide Orte besucht.
Campotosto, im Norden, ist nach wie vor massiv von den Erdbeben* zerstört, welche hier die ganze grössere Region vor ca. 10 Jahren heimgesucht haben. In der WIKIPEDIA findest Du dazu nähere Infos WIKIPEDIA Die Italiener haben kurz nach den Erdbeben das Richtige gemacht denke ich. Strassen und Tunels instand setzen und für die Menschen überall ad-hoc Bauten errichten im Sinne von Bungalowsiedlungen, damit diejenigen, die noch hier leben wollten wieder eine gute Bleibe hatten. Dann wurde jedes Jahr weiter restauriert. In manchen Orten ist man eigentlich fertig, aber Campotosto eben ist auch heute noch grossteilig zerstört. Ich habe es auf meiner Radtour genauer angeschaut. Aktuell wird dort fleissig gebaut und renoviert - das ganze Dorf steht voller Krane. Fast hat man den Eindruck, das halbe Dorf sei eine Baustelle. Eindrücklich.


Hier das Foto von einem zertörten Haus, an dem noch nicht renoviert wird. Vielleicht wird es auch dereinst mal abgerissen - wer weiss? Bloss das ist in meinen Augen definitiv nicht die Stärke der Italiener. Sie können solche Sachen enorm lang einfach stehen lassen... Bauruinen stören sie offenbar nicht wirklich. Ja und rechts auf dem Foto dann die Kulisse eines Neubaus - hübsch und modern. So wird Campotosto vielleicht in Zukunft mehrheitlich aussehen, wer weiss? So wie es ausschaut wird in Campotosto mehr neugebaut als renoviert, was ich super finde. Ich habe dort im Ort ein Sandwich gegessen und einen Capucino genossen und viele Bauarbeiter haben in dem provisorischen Restaurant z'Nüni gegessen und Pause gemacht. Ich war vermutlich der einzige Fremde dort...
Sehr erstaunt war ich über den zweiten Ort - Mascioni. Dort sieht man kaum eine Zerstörung - das Dorf noch in seiner ursprünglichen - alten Form. Luftlinie zwischen den beiden Orten keine 10 Kilometer. Ich vermute, dass die Lage von Mascioni, also die Einbettung in den See, die Auswirkungen der Erschütterungen stark gedämpft haben. Wenn dann mal alles vorbei ist wird Mascioni immer noch ein "veraltetes" oder ursprünfliches Dorf sein - Campotosto aber wird aus den Ruinen als deutlich moderneres Dorf wiedererstehen. Vielleicht kann man das als Vorteil ansehen, trotz allem Leid und der Zerstörung. Man darf ja nicht vergessen, dass die Erdbeben damals allein ca. 300 Todesopfer forderten.
* Zu den Erdbeben sagt WIKIPEDIA : Die Erdbebenserie in Mittelitalien ab 2016 ist eine Erdbebenserie in Italien, die am 24. August 2016 begann und bis zum 18. Januar 2017 anhielt. Bei starken Hauptbeben am 24. August 2016, am 26. Oktober 2016 und am 30. Oktober 2016 gab es schwere Schäden in zahlreichen Gemeinden der Monti Sibillini bis zu den Monti della Laga im Grenzgebiet der Regionen Latium, Umbrien und den Marken.
Soviel dazu...
Ueberall rund um den See herum standen Camper - eine touristische Infrastruktur ist nur spärlich erkennbar. Aber Camper haufenweise und überall hat es schöne Plätze, die angelegt wurden, um dort zu Parken, zu Campen und die Natur dieses Naturparks zu geniessen. Im Sommer ganz sicher eine Wohltat, wenn man der Hitze der Ebenen entfliehen kann, um hier auf 1'300 Meter diese schöne Naturkulisse zu geniessen.
Für mich auffallend, dass es nicht eine Villa hatte - weder direkt am See, noch sonst wo. In der Schweiz ist das Seeufer doch oft in privater Hand und zugebaut - zumindets teilweise. Hier ist das völlig anders. Dieser Unterschied ist mir schon öfter aufgefallen. Ich suchte mir also einen sonnigen Stellplatz der für den Morgen optimale Aussicht bot. Das hat sich doch gelohnt, oder? Ich erlebte den Sonnenaufgang quasi aus dem Camperbett :-)
Am nächsten Morgen machte ich dann früh eine Velotour um einen Seearm und besichtigte wie schon beschrieben beide Orte. Danach war es so schön warm, dass es mich anmachte, in den kühlen See zu springen. Wunderbares Wasser und angenehme Temperatur.
Nach einer "Computerzeit" machte ich mich auf den Weg nach Norma. Die Fahrt durch die Abruzzen habe ich diesmal noch intensiver genossen. Es ist einfach gewaltig, wieviel Bergland Italien hat und die Berge sind teilweise über 2'000m hoch. Darunter aber hat es sehr viele Wälder und Täler, die unter anderem das Vorwärtskommen mit dem Auto verlangsamen. Hätte es nicht ab und zu einen langen Tunel, die Fahrt würde unendlich lange dauern.
Der Uebergang von den Abruzzen nach Latium manifestierte sich erschreckender Weise in regelrechten Abfallorgien, die man am Strassenrand entdeckte. Wie nur kann es in Italien so offensichtlich unterschiedliche Handhabungen dieses Themas geben? Dafür fehlt mir die Erklärung, aber auch das Verständnis! Italien kann, aber leider nicht überall. Am Abend traf ich in Norma ein und stellte mich wie gewohnt mit dem Bus auf den grossen Parkpatz.
Beitrag 3: Norma (8.9.- 18.9.26)
Nach einer knappen Woche in Castelluccio erreichte ich nun also meine nächste Station - Norma - am Dienstag Abend. Norma liegt in der Region Latium, rund 60km südlich von Rom. Ich kenne es ursprünglich von einer Flugreise mit Werner Büchel, so wie ich Castelluccio auf einer Flugreise mit Röbi Muggli und den Monte Cucco auf einer Flugreise mit Simon Penz kennen gelernt habe. Und dass ich nun diese Orte auf meinen Italientouren immer wieder ansteure zeigt einerseits, dass es hier schön ist und man gut Fliegen kann. Und ich sehe das als einen Vorteil, wenn ein Fluggebiet stark frequentiert ist, denn das zeigt nicht nur, dass es fliegerisch interessant ist, sondern es gibt einem das Gefühl, nicht allein zu sein und etwas falsch zu machen... Italien ist fliegerisch gesehn viel unklarer strukturiert als die meisten Flugebiete in der Schweiz. Ich finde es also viel schwieriger, sich über Windrichtungen und Windstärke eine Meinung zu bilden. Flugebiete mit öffentlich verfügbaren Windmessdaten erhöhen Deine Sicherheit.
Dazu kommt es in Italien viel häufiger als bei uns zu kurzfristigen Ueberentwicklungen am Nachmittag und es hat allgemein eher starke Thermik von Mittag bis in den frühen Nachmittag. In Castelluccio siehst Du daher um 14:00 Uhr kaum noch Gleitschirme in der Luft. Dafür abends dann bis nahe an den Sonnenuntergang.
Was mir in Italien ebenfalls eindrücklich klar wurde ist, dass es hier sehr viele Gebiete gibt, die mehr oder weniger unlandbar sind, weil sie so dicht bewaldet sind. Keine Felder, Wiesen oder freie Flächen. Streckenfliegen wie in der Schweiz kann hier in diesem Sinne gar nicht gleichermassen stattfinden oder benötigt dann eben gute Ortskenntnisse - von der Infrastruktur (Zug, Bus) wollen wir mal gar nicht reden. Da haben wir es im Norden schon deutlich besser bzw. einfacher als Streckenflieger!
Zugegeben, keine sehr mutige Einstellung, aber die wäre in meinem Alter auch falsch.
Zurück also nach NORMA. Hier stimmt das alles. Hier wird immer geflogen, es hat eine Windmessanlage und das Windsystem ist nicht komplex. Die Landbarkeit des umliegenden Geländes ist meist o.k. und die Infrastruktur ist auch günstig, weil man aus der Ebene mit etwas Glück sowohl per Auto-stopp oder aber mit dem Bus wieder nach Norma hochkommt.
Hiken durch die Büsche ist jedoch nicht ratsam, das habe ich 2023 einmal probiert ;-
Danach waren die Hand und die Beine total verkratzt vom dornigen Gebüsch auf dem "nicht vorhandenen" Weg und die Hose zerrissen :-)
Norma liegt einfach wunderbar - lebendiges Italien
Norma liegt auf einer Erhebung, ca. 450 Meter über der Ebene von Latina. Der Blick nach Südwest geht frei über die Ebene bis hin zum Mittelmeer. Einfach schon eine traumhafte Lage das und gestern Abend - es ein war Samstag - war so viel Leben in dem kleinen Ort. Laue Temperaturen lockten zum draussen sein und geniessen und in der Pizzeria erlebte ich eine wunderschöne Dämmerung mit Blick auf das ca. 25km entfernte Meer und die vielen Lichter in der Ebene. Da spielte es gar nicht so eine Rolle, dass mir die Pizza nicht wirklich geschmeckt hat. Ich erwischte dummer Weise eine weisse Pizza, also ohne Tomaten. Nicht mein Geschmack....
Der war angenehm und man konnte gut draussen sitzen, was auch sehr rege genutzt wird. Da hat das italienische Leben einfach einen grossen Unterschied zur Schweiz. Bei uns ist das so selten, dass man abends wirklich noch Lust hat, draussen zu sitzen. Hier aber gehört es zum Leben wie fix dazu. Noch lange, nachdem ich ca. um 21:00 Uhr schlafen ging, hörte man Italiener mit ihren Autos von meinem Parkplatz davonfahren. Diesmal alle sehr leise und rücksichtsvoll. Ich stehe hier übrigens quasi auf einer öffentlichen Grünfläche.
Es hat einen Trinkwasseranschluss am Platz und man kann hier stehen und sogar einen Tisch vor den BUs stellen - das scheint hier niemand zu stören. Das finde ich einfach wunderbar grosszügig - grazie Italia.
Aktuell zeigt der Wetterbericht über 10 Tage stabile Wetterverhältnisse, d.h. tagsüber so 26° und nachts um die 17°. Scheint also, dass ich noch einige Tage hier bleiben werde. In Castellussio ist es jetzt deutlich kälter und insbesonders die Nächte und frühen Morgenstunden (z.B. wenn man frühstücken möchte) sind dort in meinem Bus nicht mehr wirklich angenehm.
Heute, nach einer Ueberentwicklung und kurzen Schauern machte ich dieses Panoramafoto. Man sieht hier sehr schön die tolle Lage von Norma, die es auch heute noch zu einer belebten und lebenswerten Stadt machen.

Norma ist ein wunderbares Fluggebiet

Bei meinem Flug am 11.9.26 konnte ich teilweise in der Nähe von Wettkampfpiloten Fliegen, denn es fand eine Competition statt. Grosso-modo bin ich ihren Kurs abgeflogen und so immer wieder mit Ihnen zusammen-getroffen. Hätte ich allerdings den kompletten Task zu Fliegen versucht, wäre das entweder vieeel länger gegangen, oder noch viel eher mit einem Absaufer geendet. Auf dem Foto links sieht man meinen Kurs in orange und den eines Wettkampfteilnehmers in rot. Die blauen Kreise zeigen den Kurs, den die Wettkämpfer zu absolvieren hatten.
Insbesonders bei Seeze mussten sie noch etwas weiter ins Flache und bei Cori mussten sie noch Richtung Monte Lupone fliegen. Gerade aber die vielen Abstecher ins Flache wären für mich mit der Leistung meines Gleitschirms wirklich schwierig geworden.
Die Wettkampfmaschinen haben so ein völlig anderes Leistungsspektrum wie mein C-Schirm - das sind Welten. So ungefähr wie ein Lamborghini mit einem Golf GTI im Vergleich. Immerhin waren sie nicht noch vor mir im Ziel :-)
Der Wettkampf hat mich aber sicher motiviert, schnell zu Fliegen. So gesehen war bei dem herrschenden Wind mein Schnitt von 26km/h richtig gut und hat mich sehr gefreut.
Dass mein Kurs deutlich einfacher zu fliegen war als der Wettbewerbstask zeigt, dass der Zeno-Pilot dafür 3 1/2 Stunden benötigte und ich in 2 Std. rum war.... Vor allem die 4 Ausflüge ins Flache hatten es einfach in sich!
Lustig fand ich, dass ich erst später zum Startplatz ging und kurz vor dem Start des Rennens vom Startzeitpunkt und der Streckenführung erfahren hatte. Ich war zu spät, um noch rechtzeitig auf Höhe kommen zu können. Die WettkampfteilnehmerInnen befinden sich zum Startzeitpunkt in möglichst grosser Höhe quasi hinter der Startlinie und flogen um 13:30 in Richtung der ersten Boje. Hier sieht man, wo ich war, als das Rennen um 13:30 startete und alle davonflogen. Nur 4 Minuten später war ich ebenfalls auf guter Höhe und konnte die Verfolgung beginnen. Ich hatte eine super Thermik erwischt. Die anderen allerdings schon in weiter Ferne :-)
Es hat also richtig Spass gemacht, so locker für mich eine kleine Competition zu Fliegen!
Schöne und unschöne Erlebnisse auf Camperreisen
Kurz möchte ich noch erzählen, dass ich bei meinem zweiten Flug am Freitag vergangener Woche eine klare Fehleinschätzung mit einem crash bei der Landung büssen musste. Der crash war echt horribel und hätte natürlich zu allerhand führen können. Zum grossen Glück, das ich immer wieder habe, blieben letztlich nur heftige Prellungen. Die blutenden Wunden waren innert einem Tag trocken - vielleicht auch dank Desinfektion mit Vieille Prune - was anderes hatte ich nämlich nicht dabei. Ich glaube, dieser durchaus erschreckende Vorfall (wie dumm man sein kann!) hilft mir nun, dass ich in der näheren Zukunft beim Landen wirklich die Prio bei wieder bei der sicheren Landung sehe und bei nichts anderem. Dann hat es zumindest etwas gebracht für mich! 5 Tage machte ich danach ziemlich "fa niente" - allerdings mit interessanten Bekanntschaften und da sind wir doch schon bei den angenehmen Erlebnissen :-)
Bernhard z.B., der Oesterreicher aus der Gegend von Salzburg kam mit seiner BMW, die echt voll beladen war. Was der alles drauf hatte, neben seinem Gleitschirm, das fand ich schon enorm. Zelt, Stühlchen, Kocher usw. und am Schluss kam alles wieder auf die BMW und er fuhr weiter nach Saturnia. Mit Bernhard hatte ich eine gute Zeit, wir haben Bodia gespielt und uns oft unterhalten. Als er schon weg war kamen Rainer und Bea aus Bayern, mit denen ich es auch gut konnte. Immer neue Lebensgeschichten und Persönlichkeiten und natürlich willkommene Abwechslung. Am Schluss konnte ich dann nochmals zwei Flüge machen, wobei einer wieder weit in die Ebene von Latina hinausführte - etwas, was ich hier wohl mit am meisten liebe.
Die Flüge der letzten beiden Tage waren teilweise recht anspruchsvoll. Insbesonders das Thema Ueberentwicklung ist eines, das man hier im Auge behalten muss. Es ist nur schon nicht immer sichtbar, wie hoch sich die Wolken über Dir türmen und sehr schnell bauen sich sehr grosse Zellen auf. Einmal haben wir den Ausstoss einer Zelle erlebt - da willst Du nicht mehr in der Luft sein! Das Wetter wird nun labiler und der Wind in den nächsten Tagen nicht mehr passend - dafür dann für Castelluccio :-) Auch das Ferraritreffen am Wochenende muss ich nicht nochmal miterleben. Also - Abreise!
Bei der Abreise halte ich nochmals kurz und werfe einen Blick zurück nach Norma - Grazie Norma - war einfach wieder schön bei Dir.
Auf der Strasse Richtung Cori halte ich nochmals an und werfe einen Blick zurück Richtung Startplatz und der Stadt NORMA
Beitrag 4: Assisi - gut bin ich hierhin gekommen! (18./19.9.2026)
Wer kennt ihn nicht, den "heiligen Fraziskus von Assisi". So oft wurde ich schon gefragt, ob ich in Assisi gewesen sei - natürlich auch wegen dem Monte Subasio, dem Flugberg von Assisi 🤗
Drum, diese Stadt stand auf der bucketlist und nun war es soweit! MIt einem kurzen Zusatzweg (hin- und zurück je 40km) passte der Besuch von Assisi gut in meine zweite Reise nach Castelluccio, nachdem ich in Norma gute 10 Tage geblieben war. Es war wieder mal heiss im Bus, auf meiner Fahrt Richtung Assisi (3 Std. Fahrt). Und so hatte ich dann irgendwo spontan angehalten bei einer kleinen Strassenbeiz. Mir war nach Pasta, aber das Restaurant hatte leider schon zu. Was es nebendran noch gab waren "Panini con Porchetta" (Schweinebauch) O.K., dann halt das - hatte ja auch gut ausgesehen. Die Menge aber war dann letztlich bereits eine Herausforderung für sich. Am Schluss war das Panini mit dem vielen Schinken in meinem Bauch aber ich hätte eigentlich mindestes noch einen Appenzeller Kräuterschnaps dazu gebraucht! Manno, so auf Reisen und ohne gute Sprachkenntnisse tappt man halt so in manche "Falle" - nicht bös gemeint - einfach Ahnungslosigkeit bzw. "Sprachlosigkeit".
Die Suche nach einem gratis Standplatz gestaltete sich in Assisi definitiv schwierig. Ein hochtouristisches Zentrum hat es natürlich auch nicht nötig, so etwas anzubieten. Die 10 Standplätze bei einem Landgut in der Ebene waren zum Glück alle besetzt. So hab ich dann in Assisi erst einmal eine Weile nach einem geeigneten Platz gesucht und fand schliesslich mit Hilfe der App park4night einen zwar schrägen Parkplatz, aber der war o.k. für mich. Ein Bewohner parkierte neben mir und spasste noch mit mir herum, wegen seinem uralten und klapprigen Auto, das er offenbar nur zum Trüffelsuchen mit seinem Hund noch einsetze...
Abends gab's dann ganz simpel Seemöwen-Spaghetti mit Parmicano und danach einen abendlichen Spaziergang in den Ort.
Die Gassen waren schmuck. Man merkte sogleich, dass es sich hier nicht um irgendeine alte Stadt handelte - es war alles gepflegt und im Schuss. Damit hatte ich mal so gar nicht gerechnet. Ich war wohl noch von der Einfachheit, Bescheidenheit, aber auch der offensichtlichen Nachlässigkeit in Norma/Lazium geprägt. Dazwischen liegen viele Berge und 200 km Weg. Es mag auch noch einen anderen Grund haben dazu später.
Der kurze Rundgang machte Lust auf mehr...
Die tolle Wolkenstimmung hat mich fasziniert...


Nach dem Ausflug ins Zentrum von Assisi erreichte ich im Dunkeln meinen Bus, erledigte die obligate Freiluftdusche und ging Schlafen :-)
Am nächsten Morgen stand ich recht zeitig auf und fuhr ohne Frühstück per Velo ins Zentrum. Dort steuerte ich ein Café an und genoss ein super Brioche mit Cappucino. Schon der Preis von 4 EURO zeigte - hier ist Tourismusland. Aber, die Brioche war tatsächlich alles andere wie schlecht und den Preis locker wert.
Danach folgte der Gang hoch auf den Torro, die Burg. Man sieht diese auf dem 2. Bild oben. Gegen wenig Geld kann man sie besichtigen, was ich gerne tat. Es war interessant und es hatte einige Innenräume, meist mit Aussstellungen. Auch einen langen Gang durchlief ich. Er führte über 100m durch eine Verbindungs-mauer, die zum westlichen Turm führt. Toll!
Danach besuchte ich die Cathedrale San Rufino und das Mueso Diocesano, das sich im Untergeschoss der Kirche befindet und schlenderte danach nochmals durch die Gassen.
Um diese Stadt mit aller enthaltenen Kultur wirklich zu besichtigen würde es ganz sicher zwei volle Tage benötigen. Aber zuviel Kultur ist dann doch nicht so gut für mich. Am Mittag hatte ich bereits genug gesehen und machte mich zur Seemöwe auf.
Lustig war auch noch eine Begegnung mit 3 italienischen Gleit-schirmpilotenIn, die sich morgens am Stadttor aufmachten, um zum Monte Subasio zu hiken (90 Minuten). Ob ich meinen Schirm dabei hätte? Auf mein "Ja" meinten sie sogleich, ich soll doch mitkommen :-) molto sympatico!
Der Mte. Subasio macht mich aber gar nicht an. Schon der Startplatz liegt komplett im gesperrten Luftraum - Bewegungsfreiheit grundsätzlich = 0
Sie fliegen trotzdem 🤔
Von meinem Freund Thomas aus Dortmund habe ich dann erfahren, dass Assisi im Jahr 1999 von einem starken Erdbeben betroffen war, das erhebliche Schäden verursacht haben muss. Von alle dem ist weder an den alten Bauten noch an den Wohnhäusern etwas zu erkennen. Vielmehr kamen mir die Wohnhaäuser erstaunlich solid vor und waren mega hübsch - wohl auch teurer gebaut, als allgemein in Italien. Ich staune immer wieder, was die Italiener einerseits einstecken müssen - Blatten ist da ja gar nichts dagegen - und wie sie offenbar den Lebensmut nicht verloren haben. Brava!
Beitrag 5: Norcia - Und nochmal wunderbare Erlebnisse in den Monte Sibillini (19.-22.9.2026)
Es war ein Samstag gegen 13:40 Uhr, als ich wieder in Norcia eintraf. Ich musste nochmals einkaufen gehn, bevor ich nach Castelluccio rauffuhr, denn da oben bekommt man ausser regionalen Produkten (z.B. Linsen, Salami) nichts. Der Coop hatte gerade für die Mittagspause geschlossen und öffnete erst wieder um 16:00 Uhr. Ich musste also warten - wozu hat man auch einen Computer und einen Kühlschrank?
Ich kaufte wieder einmal ziemlich viel ein - eine schöne Unart von mir :-) Zum Glück hab ich ja einen grossen Kühlschrank und auch sonst genug Platz um Vorräte zu verstauen.
Nebenbei, der Uli, der ja aus Deutschland kommt und für meine Begriffe natürlich eine sonderbare Sparsamkeit an den Tag legt, hat am Ende der dritten Woche noch keine 100 EURO in Italien ausgegeben - Sprit mal abgesehen. Er lebt einerseits bescheiden und zweitens fast ausschliesslich von Mitgebrachtem. Schon zwei Welten - wir zwei. Und dennoch verbindet uns die gemeinsame Faszination für das Fliegen und ich find ihn auch sympathisch.
Ich liess ihm also seine Freude am sparsamen Leben und bin andererseits froh zu wissen, dass ich den Italienern zumindest ein bisschen Geld bringe, weil ich praktisch alles dort einkaufe! Ich bekomme schliesslich von ihnen sehr viel an Freude und Grosszügigkeit. Denken wir nur mal an die Möglichkeit, dass ich nun 3 Wochen gratis parkieren/Campen durfte. Das spart mir schon sehr viel Geld und ist meistens auch schöner und natürlicher als auf dem Campingplatz - für mich.
Hier sieht man einen Start von Uli am unteren SP Fontanile
und unten im Flug

Eine der seltenen Gelegeheiten, dass wir uns beim Fliegen überhaupt getroffen haben. Tja und Fliegen war dann auch das Hauptthema an diesen beiden Tagen in Castelluccio. Wunderbar sogar. Das Nebenthema war "Frieren". Die Nacht von Samstag auf Sonntag war sehr kühl und ich fror mir einen ab. Morgens Kopfweh und es war klar - die kommende Nacht würde ich nicht mehr hier oben verbringen. Am Sonntag gab es dann mit Kopfweh auch nur einen gemütlichen 90 Minuten Flug.
Abends gingen Uli und ich zum Abschiedsessen in die Pizzeria in Castelluccio. Danach fuhr ich runter nach Norcia. Der Temperaturunterschied zu dem Zeitpunkt war gar nicht riesig. Die Nacht aber war deutlich angenehmer.
Nach einer guten Nacht also und einem gemütlichen Z'Morgen setzte ich meinen Plan um. Ich wanderte mit der Leichtausrüstung zur Passtrasse hoch (ca. 7km und einige Höhenmeter). Dort machte ich Autostopp und wartete keine 5 Minuten. Am Pass sagte ich meinem "Taxifahrer" adieu und wanderte der Krete entlang zu einem Gelände, das für den Start Richtung nach Osten geeignet war.
Mein Plan war aufgegangen. Nun musste es dann nur noch mit dem Flug hinab nach Norcia auch funktionieren, was vor allem vom Wind abhängig war.
Der Start nahe dem Rifugio Perugia und der Forca Ventesola geht bei Ostwind oder Südost gut. Bei starkem Wind turbulent.
Anfänglich fand ichs schwierig und so nach einer Stunde landete ich auf Fontanile ein für eine Pippi Pause. Danach wurde es einfach nur noch Super! Ich verliess mit 2'400 Höhenmeter die Hochebene und flog hinaus nach Norcia. Mit dieser Höhe machte sich das Lee nicht bemerkbar und schon bald fand ich Anschluss an die vielen Wolken über und rund um Norcia. Ein wirklich wunderbarer Flug bei guten + recht ruhigen Bedingungen. Der Blick auf diese tolle Landschaft - zum Teil aus grosser Höhe (2'700m) (wieder frieren) - faszinierte mich und ich sog diese Bilder tief in mich hinein. Die Landung in Norcia - 500 Meter vom Bus entfernt - erfolgte nach einem Flug von 3 1/2 Stunden. Es war definitiv ein wunderbares Abschiedsgeschenk, das ich hier bekommen habe!
Meine Flugbilanz für diese Ferien weist 12 Flüge aus mit insgesamt über 400 gewerteten Kilometern. 24 Stunden bin ich ungefähr geflogen und hatte während der Flüge nicht ein Problem gehabt. Aber dafür gab es eine unüberlegte und völlig ausser Kontrolle geratene Landung - nur wegen der Furzidee, genau nach 2Std. den Flug zu beenden. Soweit bin ich zufrieden - und wenn ich mit dieser Erfahrung für die Zukunft mein Verhalten gegenüber Furzideen verbessern kann - umso besser! Was mich besonders begeistert hat sind die vielen Gelegenheiten, mich von den Bergen zu lösen und das Absaufrisiko auszublenden. Ich bin trotzdem jedes mal dort gelandet, wo ich es vorgesehen hatte!
Am Abend des 21.9.26 schlenderte ich zum Abschied nochmals durch Norcia und konnte nun tatsächlich feststellen, dass seit 2016, als ich das zerstörte Norcia zum ersten Mal erlebte, einfach enorm viel passiert ist. Es gibt im Ort keine "Zona Rossa" mehr, das heisst alle Gassen sind wieder offen. Der Grossteil der Renovationen ist erledigt (siehe Kirche) oder aber jetzt in Arbeit. Häuser, an denen einfach die Mauern gestützt wurden, aber noch nichts gemacht worden ist, sind nur noch wenige. Die Italiener leisten wirklich Enormes. Ich kann es nicht oft genug betonen. Sie wehren sich gegen ihr nicht ganz einfaches "Naturschicksal". Meine Achtung ist also effektiv sehr gross! Bravo Italia

Die Kirche ist wieder offen, mit neuen Holzbänken ausgerüstet und sehr schön gemacht!
Ab und zu sieht man eben noch sowas - sozusagen wie nach dem Beben. Aber das sind heute völlige Ausnahmen in Norcia.

Am Dienstag dann galt es nochmals Abschied zu nehmen. Der Wind war bereits wieder zu stark - ich hätte an diesem Tag in Norcia nicht landen wollen! Also machte ich eine schöne kleine Radtour und genoss den erhöhten Ausblick über Norcia hinweg auf die Monti Sibillini.

Beitrag 6: Spoleto etc. "Da bleibt Dir manchmal einfach der Mund weit offen stehen" (22.-24.9.26)
Schon oft bin ich an Spoleto vorbeigefahren auf meinen Reisen in Italien und dann fällt einem vor allem diese mar-kante Brücke auf, deren Ursprung ein Aquädukt aus der Römerzeit ist. Bisher waren meine Reiseziele jeweils wichtiger gewesen und es kam hier nie zu einem spontanen Halt. Auf dieser Reise nun habe ich den Halt in Spoleto eingeplant, wobei der ganze Ablauf der Reise ja grundsätz-lich völlig spontan funktionierte - mehrheitich vom Flugwetter gesteuert.
Wie schon geschrieben sind gestern in unserer Gegend starke Winde aufgekommen und es kam zu einem Temperaturrückgang. Drum war Spoleto schon mal ver-lockend, denn die Nacht sollte hier 10° sein. Ich mass morgens um 7 Uhr zwar nur 7°, aber Norcia wäre ganz sicher noch kühler gewesen. Gut also, war ich hier!
Morgens dann, nach dem Frühstück im Bus, machte ich mich mit dem Velo auf in die Altstadt. Das ging sehr gut, denn die meisten Gassen sind eben gepflastert. Ueber ein paar wenige Treppenstufen kam ich mit dem Mountainbike auch abwärts....
Das Velo deponiere ich jeweils - z.B. bei der Brücke und dann geht's zu Fuss weiter. Ich besichtigte die Brücke, die Burg und den Dom und fuhr durch viele Gassen in dieser grossen alten Stadt. Sie befindet sich wie schon Assisi in einem sehr guten Zustand..... Die Burg ist sehr gut renoviert und kann für 7 EUR besichtigt werden. Sie bietet allerhand zum Anschaun. Lohnt sich!
Angefangen habe ich wie gesagt mit dem gewaltigen Aquädukt, der für die Stadt Spoleto das Wasser aus den über das Tal liegenden Bergen hinüberführte. Später wurde der Aquädukt ausgebaut als Zugang zu einem Befestigungsturm auf der gegenüberliegenden Seite (beim linken Foto).
Wie immer bei sowas fragt man sich, wie auch immer die Menschen früher so etwas gebaut haben?! Einfach gewaltig und vor allem - er ist noch nicht eingestürzt! Es hält, auch wenn die Brücke nicht mehr wie "mit dem Lineal gebaut" ausschaut - allen Erdbeben zum Trotz!
Ach ja - kleines Intermezzo - damit Ihr mal seht, von wo ich denn das ganze Zeugs
schreibe! Hier am Lago di Bolsano sitze ich nun am Compi. Nach der Ankunft erst mal ins Wasser - sehr schön! Und heute Abend stehe ich auf dem Parkplatz mit Blick auf den See. Ich hab's schon sehr schön auf diesen Touren!

In der Burg konnte ich mich eine Weile verweilen. Ein prächtiger Schlossbau mittendrin für die noblen Herren und Damen. Wunderschön und alles reich verziert. Was für eine Pracht und was für eine Leistung der Bauleute und Künstler. Einige wenige, meist fragmentierte Topfwaren, Oellampen, Geräte, Schmuck und Waffenteile, die man gefunden hat, waren auch zu sehen.
Auch Austellungen hat es. Die Italiener verstehen diese meist leeren Räume mit interessanten Inhalten zu füllen. Ob die damaligen Schlossherren Freude an diesem Bild des Künstlers Dario Fo gehabt hätten?
Was fällt Dir an diesem Bild auf? Das Bild interessierte mich, und nach kurzer Zeit verstand ich auch (s)eine Botschaft, die es vermitteln soll. Das Bild wird mir als "Schmuck" und Aufhänger für eine meiner neusten storys dienen, an der ich aktuell arbeite....

Von der Burg habe ich hier ein paar Aufnahmen...



Nach der Burg kam der Dom. Es hatte viele Besucher. Ich bin lange durchgelaufen, habe aber keine Fotos gemacht, auch wenn er prächtig war. Grundsätzlich recht schlicht, aber seitlich waren lauter kleinere Nebenkirchen, die dann aber reichlichst ausgeschmückt waren. Ich kann das alles irgendwie gar nicht fassen... Wenn das in hundert Kilometern Umkreis der einzige solche Dom wäre - na ja, das würde man irgendwie verstehen und normal finden, aber in dieser Gegend ist es voll mit solchen Städten und alle haben diese Festungen, Kirchen, Plätze und prächtigen Gebäude - Zeugen der Pracht und der Schaffenskraft des Mittelalters sowie späterer Epochen. Was ist denn hier abgegangen? Es ist einfach unglaublich und mir bleibt da sprichwörtlich manchmal einfach der Mund offen - vor lauter Erstaunen und Ehrfurcht.
Wobei meine Ehrfurcht vor allem die Menschen betrifft, die all das geschaffen haben und nicht diejenigen, die diese bewohnten oder darüber regierten.

Auf der Piazza vor der Cathedrale finden diverse kulturelle events statt. Davon erfährt man auf vielen Postern und Bildern, die in der Stadt aufgehängt sind und den Ruf Spoletos als Veranstaltungsort musikalischer events dokumentieren.
Mit dem Link kommst Du auf ein Bild, das ich aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht verwenden darf und kannst Dir die Stimmung anschaun.
So gegen Mittag hatte ich dann wieder genug Kultur in mich hineingesogen und machte mich auf, mein nächstes Ziel auf dem Weg nach Saturnia anzusteuern. Die Idee war, am Lago Bolsena zu übernachten. Diesen See habe ich auch schon öfters auf meinen Reisen gesehen. Diesmal wollte ich ihn von der südöstlichen Seite her anfahren und dort einen Platz zum Uebernachten suchen. Ich steuerte deshalb Richtung dem Ort Montefiascone. Dabei kam ich an Viterbo vorbei und sah dort eine tolle Rennstrecke. Da hab ich natürlich umgedreht und mir das angeschaut. Schon in Norcia sah ich aus der Luft eine GoKart Bahn und eine MotoCross Strecke und jetzt nochmal alles eine Nummer grösser! - klar, denn wie ich erfahren habe finden hier an diesem weekend die Italienischen Meisterschaften statt. Wow, das wird ein Spetakel. Man sieht es auf dem Foto nicht, aber es hatte unzählige riesige Zelthallen, in denen die Mechaniker(Innen?) fleissig an den Geräten schraubten. Ein riesen Ding auf jeden Fall, das sah man sofort. Ich wäre sehr verlockt, mir heute das Training anzuschaun, aber das wären wieder 40 Zusatzkilometer und ich habe mich nun zurückgenommen und bleibe am See. Aber irgendwie begeistert war ich schon und fragte mich: "Ist die Schweiz eigentlich langweilig?" Freche Frage natürlich, aber was Italien zu bieten hat an "Unterhaltung" ist schon bemerkenswert. Aber weiter im Text - kommen wir zu Fiasko oder besser zu Montefiascone....
Sicher hat noch niemand von Euch von diesem Ort gehört. Ein Ort, wie tausend ähnliche Orte halt. Man findet sie Italien zuhauf, und doch hat auch dieser Ort solche Schätze an kulturellem Erbe, dass es mir eben wieder die Sprache verschlägt:
Ich besuchte den Dom, der natürlich wieder jedem Besucher offen steht (In Spanien sind sie geschlossen oder kosten Eintritt) und fand ein Juwel menschlichen Schaffens - man könnte sagen im NIRGENDWO, aber nein - in Italien halt! Der Dom hat es etwas schwer, denn er ist sehr eng in den Ort eingebettet. Man kann nicht aus der Weite auf ihn schaun und muss für ein Foto das Weitwinkelobjektiv bemühen. Ueberhaupt - bei ihm überzeugen vor allem die "Inneren Werte"!
Das besondere an dieser Kirche (fertiggestellt im 19.Jh.) ist aus meiner Sicht der komplett runde Innenteil.
Wunderschön. Irgendwie geht mir in den Bildern und Figuren der Kirchen immer wieder diese heilige Ehrfurcht auf, die die Menschen getrieben haben mag, als sie diese erschufen. Der Glaube als zentrales Lebenselement, Hoffnung und Bedrohung zugleich - im Mittelalter und teilweise bis heute. Und ganz sicher auch Mittel zur Knechtschaft seitens des Klerus und der weltlichen Fürsten.
Unten links siehst Du die Kuppel des Doms und man muss sich immer wieder klar machen, davon gibt es in Italien wohl hunderte....
Von aussen kommt man dann auch noch in die sehr schöne Krypta (aus dem 15.Jh.), in der eine "schwarze Madonna" (Santa Margherita) ausgestellt war (siehe Foto) - ebenfalls sehenswert.


Doch Nun ging's weiter zum See, dem eigentlichen Ziel meiner Tagesetappe. Dazu musste ich nur noch von Montefiascone hinabfahren zum See und diesem entlang, bis ich einen Parkplatz fand, der für Camper nicht gesperrt war und das ist hier begreiflicher Weise fast das ganze Gebiet. Aber eben nicht überall. Ich fand wohl ein Parkplatz, der vor allem Wassersportlern dient. Es hat einen Wasseranschluss und sogar ein WC und eben - das Campen ist nicht verboten, also erlaubt :-). Die Nacht war gut und angenehm!
Heute Morgen bin ich mit dem Velo in den nahen Ort Marta gefahren um dort nach Panini zu suchen. Ich liess mich verlocken und hab ein mir unbekanntes Gebäck gekauft - das gibt es dann zum Z'Vieri in Saturnia oder sonst wo.
Es war wunderbar und glich einem Nussgipfel, aber ohne Füllung und oben drauf Aprikosenconfi und Baisé. Wirklich fein.
Auch den Markt liess ich nicht aus und konnte noch wunderbare Tomaten kaufen. Die Italiener bieten hier 2. und 3.- Wahl Gemüse an - würde bei uns keine S... kaufen. Die würden auch nicht bei Coop für "ûnique" Produkte durchgehen. Aber ehrlich gesagt - diese Tomaten schmecken wie gute Tomaten - ist es nicht das, was zählt?
So, jetzt ist es Mittag - ab in den See!
Beitrag 7: Saturnia (24.09.-26.9.2026)
Schon bald nähert sich meine Italienreise ihrem Ende und ich mich infolgedessen der Toskana. Dort wollen wir ab dem 31.09.26 Familienferien machen. Neu dabei: Jan und Jonas :-) Da freu ich mich drauf! Mein nächstes Etappenziel ist Saturnia, die schöne Terme in der Toskana. Wie man an dem kleinen runden Stein gut erkennen kann - ich bin dort! Gut Nacht!
Am Freitag Morgen musste ich schaun, dass ich früh zur Waschmaschine kam. Sie ist normal mehr belagert. Heute kam ich rasch zum Zug und wusch zwei Maschinen voll. Zwischen zwei "Strassenlampen" auf dem Campingplatz spannte ich eine Schnur und daran hängte ich meine viele Wäsche in zwei Schichten auf. Mit dem vielen Wind hatte ich schon recht Bedenken, dass mir plötzlich alles im Staub landen könnte.... Aber nein, es hielt und die Wäsche war rasch trocken.
Am Nachmittag machte ich einen längeren Ausflug in die Terme und danach wieder Computertime.
Uebrigens habe ich unterwegs auch schon zwei Berichte auf der homepage des Gleitschirmclubs Toggenburg nachgeführt. Ich verwalte ja aktuell für den Club die homepage und das coole ist - das geht von überall.
Am Samstag, dem 26.9. machte ich mich nochmal auf zu einem ausgiebigen Bad in der Terme. Ich meine, es tut mir gut. In jedem Fall aber ist es ein Genuss und chillig. Heute hatte es sehr, sehr viele Leute - wunderbar, wie das genutzt wird. Wieviele abertausende, ja wohl eher Millionen von Menschen hat diese Terme schon erfreut und sie sprudelt immer noch. Ihr warmes und nicht allzu schwefliges Wasser ist wirklich angenehm und die Becken einfach perfekt, um sich ins warme Wasser zu legen oder sich von einem kleinen Wasserfall massieren zu lassen. Als ich so dalag dachte ich, wie doch all die Menschen aus den verschiedensten Ländern hier artig, frei und friedlich miteinander die Natur geniessen können. Wenn wir Menschen doch erkennen könnten, dass wir nur für eine kurze Zeit hier sind und nicht raffen, sondern leben und auch geniessen dürfen.
Zurück auf dem Campingplatz duschte ich mich, füllte dann Wasser nach im Bus und machte mich gemütlich auf Richtung Grossetto.
Beitrag 8: Finale Talamone, Albarese und Principin a mare (26.09.26-28.09.26)
Letztlich entschied ich mich, noch eine Nacht in der Nähe von Talamone zu bleiben.
Ein einfacher Campingplatz direkt am Meer - perfekt für die vielen Wassersportler hier. Aber auch mir gefällt's und ich habe hier sogar ein paar Wiesenstücke zur Verfügung, was mich auf die Idee brachte, morgen früh meinen Gleitschirm zu tapen, der in Norma ziemlich gelitten hat. Nach dem crash hatte ich ihn einfach aus den dornigen Sträuchern rausgerissen - zu was anderem war ich nicht mehr in der Lage. Die Folgen aber sind deutlich und das versuche ich morgen mal anzugehn! Im übrigen - meine linke Hand hat zwar in den knapp 3 Wochen schon Fortschritte gemcht, aber sie ist noch nicht wieder "die Alte". Die zwei mittleren Finger sind immer noch nicht ganz abge-schwollen. Dennoch, nach meinen Recherchen und llem Abtasten kann ich davon ausgehen, dass nichts gebrochen ist. Aber eine grobe Verstauchung war's allemal!
Hier bei Talamone hat es eine wunderschöne flache und weit ge-streckte Bucht mit feinem Sand und sehr langsam abfallendemGrund. Die Surfer müssen recht weit raus, bis die Finne nicht mehr kratzt.
Nach Süden geht der Blick auf die "Halbinsel von Orbetello" und den "Parco regionale della Maremma", wenn man gegen Norden schaut. Gleich hinter dem liegt dann auch das finale Ziel - Principina a Mare, unser Feriendomizil. Um dorthin zu gelangen muss ich dann morgen aber einen Umweg über Grossetto machen. Eine halbe Stunde Weg so ungefähr liegt da noch vor mir. Ja und in Principina "muss" ich dann noch eine Nacht auf dem Parkplatz schlafen und dann, ja dann steht die Ferienwohnung zur Verfügung und unsere PRINCIPINA Familien-ferien 2.0 können beginnen! Ich bin ja schon gespannt!
Morgen mach ich schon noch ein Foto von der Bucht - hatte am Abend fehlte mir Lust dazu, trotz einer tollen Abendstimmung. Dafür kann ich Euch noch zeigen, wie fein man hier in Italien immer wieder isst. Heute gab's aus der SEEMOEWEN-Küche Spaghetti N°5 von Barilla, selbstgemachtes Tomatensugo mit Zwiebeln und Meeresfrüchten. Fein gewürzt (u.a. mit "LENA-Salz"[insider]) und mit einem Moretti Bier. Lecker!
Tja, und heute war nun auch Johannas Hochzeit, zu der ich nun eben nicht gefahren bin, weil das für mich eine Reise von fast 2'000 Kilometer bedeutet hätte, um einer Hochzeit beizuwohnen. Meine lieben Verwandten haben genau das teilweise auf sich genommen und dafür gratuliere ich Euch. Ich fand es einfach too much.
Liebe Johanna, ich wünsche Dir und Deinem Jonathan, dass Eure Zuneigung 💖 nie erlischt und Ihr das Leben als gemeinsames Projekt frisch angeht - im gegenseitigen Respekt und mit Freude.
Ich habe gestern übrigens einmal nach einem etwas grösseren Camper geschaut und nur 4km von Herisau entfernt diesen hier gefunden... Schaut mal gut aus, nicht grau, schwarz oder weiss, sondern eine hübsche Farbe. Ich merke in diesen Ferien, dass ich schlecht schlafe und dass ich einfach zu oft friere in der Nacht. Das tut nicht wirklich gut. Du bist halt im VW Bus doch überall nah an den kalten Wänden, Scheiben usw. Ach, wenn ich mich tatsächlich zu so einem Schritt entscheide, dann könnte diese aktuelle Reise vielleicht meine letzte Seemöwenreise sein. Aber irgendwie macht mir das jetzt gerade nicht zu schaffen. Es muss einfach nochmal etwas wohnlicher werden für meinen Geschmack, sonst kann ich mir das fast nicht vorstellen, wirklich noch für 5 Monate nach Spanien zu fahren und das wäre halt schon "cheibe schö!"
Als ich dann so in meinem Bett lag merkte ich die Nähe zur Strasse, die wenige Meter neben mir hinter Sträuchern verlief. "Das ist einfach zu nah" fand ich und fuhr mit dem Bus auf eine freie Fläche, näher am Meer. Das war ein Unterschied!
Heute, am Sonntag Morgen bin ich mit dem Velo nach Fonteblanda gefahren, um Pannini zu holen. Der Coop hatte offen - wie praktisch, und wie unschön andererseits, dass die Leute auch am Sonntag arbeiten müssen. Zwei Frauen waren dort - sehr wenig Personal also. Sie waren zudem sehr freundlich! Ich weiss, sie haben dafür einen anderen Tag frei, es ist vielleicht auch eine Gelegenheit für eine Arbeit, aber es hat sicher auch Nachteile für sie. Ich fand im Coop ein super feines Brot und natürlich auch noch anderes :-)
Nach dem Z'Morge habe ich wie vorgesehen den Gleitschirm kontrolliert und getapet, der bei dem crash in Norma beschädigt wurde. Unschön! Er war ein zuverlässiger Begleiter in der Luft und hat doch recht Schaden genommen. Wirklich schade drum. Ich werde ihn wohl nur noch für "Spielen" und "Küste" benutzen können.
Danach bin ich noch ein wenig am Strand herumgelaufen. Bei Wassersportlern gibt es immer was zu schaun. Auch die Boards mit den Foils konnte ich am Strand betrachten. Einfach verrückt, dass man auf diesem Flügel so sicher herumflitzen kann. Was mich auch erstaunt ist die hohe Position des Brettes - das würde man eigentlich als instabil anschaun...Was für eine verrückte und zugleich wirkungsvolle Idee das war!
Und auf einmal verspürte ich es, dass ich einfach keine Chance mehr hatte auf Fliegen. Da ist so hier in der Toskana. Allein schon das riesige Sperrgebiet um den Militärflugplatz Grosseto verunmöglicht hier jegliches Fiegen mit dem Gleitschirm. Ganz abgesehen davon ist die Toskana aber auch völlig ungeeignet, denn es hat keine hohen oder steile Berge und es ist alles viel zu stark bewachsen, sonst wie genutzt oder abgesperrt. Das einzige, was hier geht ist Modellfliegen und blöder Weise hatte ich jetzt heute auch dazu einfach keine Lust :-)
Na, aber ich werd's überleben - man hat halt einfach nie genug. Ein echte Dilemma.
Aber nun kommt dann ruck-zuck ganz was anderes - family, Jonas, Snowy. Da werd ich schon bald nicht mehr an Fliegen denken müssen 😊
Ja, und wo ich heute Nacht geschlafen habe und was ich morgen noch so vorhabe, bevor die anderen dann kommen, das erzähle ich Euch vermutlich dann morgen oder übermorgen....
Gut Nacht!
Diese Nacht hatte ich tatsächlich das erste mal so ein komisches Gefühl. Ich stand völlig abseits, alleine und an einem mir bisher unbekannten Ort. Und zagg - schon machte ich mir Gedanken, ob ich hier wohl in Ruhe gelassen würde. Tja, die Gefühle und Emotionen sind schon speziell und folgen einer eigenen Logik. Bei mir offenbar auch sehr mit "kenne ich" oder "kenne ich nicht" im Zusammenhang. Um es kurz zu machen. Die Nacht war super. Anfangs viel Grillengezirpe und dann in der Nacht ein paar Vogelstimmen und einmal etwas anderes, kleines würde ich sagen. Alles harmlos oder anders gesagt - mitten in der Natur. Zum Z'Morge gab's den Rest von dem feinen Brot, das ich mir bei Coop in Fonteblanda geholt hatte. Sehr gut also! Um viertel nach 9 - für meine Verhältnisse sehr früh - startete ich mit dem Velo nach Albarese.
Dort erstand ich für 5 EUR ein Ticket für die geplante Radtour im Nationalpark, den ich ja noch nie besichtigt hatte.
Sie hat sich tatsächlich gelohnt. Zuerst führte ein schattiger Weg durch Wald und über Hügel zum Meer. Das dauerte schon ein Weilchen. Kurz vor dem Strand musste man das Velo deponieren und zu Fuss an den Strand.
Dort machte ich die folgenden 2 Panoramaufnahmen.

Hier blickt man auf die waldigen Hüge des Naturparks Maremmana und Richtung Orbetello (weit hinten)

Ja und das ist dann ebenfalls der Blick Richtung Orbetello, aber mit dem Meer.

Hier ein Ausblick von dem besonders geschützten Weg
Das Naturerlebnis fand ich tatsächlich ausserordentlich. Der menschliche und zivilisatorische Einfluss war minim, die Natur ruhig und schön. Verschmutzung - keine. Das war ein sehr schönes Erlebnis und als dann zu meiner Ueberraschung der Weg, den ich gehn wollte auf einmal für FahradfahrerInnen gesperrt war, nahm ich es locker und schob das Velo ca. 3km weit. Das verlangsamte zudem das Tempo deutlich und ich konnte diesen speziellen Bereich besonders intensiv erleben. Hier erschrecken die Tiere tatsächlich heftig, wenn Du kommst. Das zeigt schon, dass sie in einem ungewohnt geschützten Lebensraum zu Hause sind. Darum darf man hier auch nicht Fahrrad fahren, um möglichst die Störungen zu unterdrücken, bzw. abzuschwächen.
Zurück bei meinem Camper hatte ich 24 km auf dem Tacho. Mit dem E-bike keine Sache, trotz kurzem Fussmarsch. Aber wenn man da ganz zu Fuss reingeht sollte man zwingend genug zu Trinken und zu Essen mitnehmen - es gibt nichts! Ah, doch - Mücken und die Schweinepest....
Nun bin ich in Principina - mein erster Reisebericht endet hier und man darf tatsächlich gespannt sein, was ich dann im November mache. Geht es nach Spanien - bekommt die SEEMOEWE Konkurrenz? Haben wir dann noch Frieden???
Eins weiss ich - ich hatte super schöne und erlebnisreiche Ferien in Italien, einem schönen und sehr vielseitigen Land. Grazie Italia! Ti amo!
Beitrag 9: Toskana Famlienferien 2.0
Familien pflegen oftmals Rituale. Bei uns sind das eindeutig die Herbstferien in der Toskana. Alles andere hat oft gewechselt - sogar die Art, wie wir Weihnachten feiern. Principina a Mare aber war bei uns quasi lange Zeit gesetzt und Ari und ich fahren heute noch gerne dorthin in die Ferien. Strand, Pizza, schöne Ausflugsziele in der Toskana, eine sichere Umgebung für Famlien mit Kindern, viel Freiheit für Teenager, zwanglose Kontakte bei Volleyball, Bodia, in der Geli oder am Strand. Und dazu (meist) viel Sonnenschein und andernfalls - früher zumindest - Stromausfall.
Das sind wohl so mit die wesentlichsten Faktoren dafür, dass sich in den ersten zwei Herbstferienwochen in diesem Ort während der Herbstferien so viele Ost- und andere Schweizer tummeln. Man kommt dort tatsächlich ausser beim Einkauf und im Restaurant tagsüber locker mit Schweizerdeutsch über die Runden :-) Für manche wohl eher die Horrorvorstellung von schönen Ferien in Italien - aber das muss ja auch nicht für alle schön sein! Für uns war und ist es das! Natürlich - irgendwann gehn die Kinder eigene Wege und so war unsere älteste Tochter nun bereits seit 16 Jahre nicht mehr dort.... Aber diese Jahr kam sie wieder - und nicht alleine :-)
Was nämlich für diese Ferien typisch ist, ist, dass sich diese Gewohnheit oftmals von Generation zu Generation fortsetzt. So kommen die Jungen von früher heute mit ihren eigenen kids - und vielleicht sind ja auch die Grosseltern noch mit dabei. So war das heuer also auch bei uns - TOSKANAFERIEN 2.0 sozusagen. Und cool war's - ich glaube für Alle von uns und ganz besonders auch für den jüngsten unter uns. Hat mich also mega gefreut und das wollte ich doch hier nicht unerwähnt lassen.
Zufälle des Lebens lassen uns immer wieder erstaunen. So einer war z.B. die Begegnung mit Dietlind, die als Kontaktperson für unsere Ferienwohnung zuständig war. Die gebürtige Schweizerin mit berner Dialekt mochte gerne plaudern (ich auch) und hat mir ein wenig die Gelegenheit gegeben mit jemandem Einheimischen über Italien zu reden und mehr über das "Leben" in Italien zu erfahren. Eine Gelegenheit, die ich auch mit Margerita in Algodonales hatte. (Winter 24/25)
Leben in Italien ist ja logischer Weise ganz was anderes als "Ferien in Italien"! Beim Abschied kamen wir auch auf unsere Kinder zu sprechen - auf beiden seiten zwei Töchter. Schon Dietlind hat ja Italien der Schweiz vorgezogen, denn sie wohnt seit 35 Jahren dort. Auch ihre Töchter - sagte sie - könnten sich nicht vorstellen, auf Dauer in der Schweiz zu leben. Das ist durchaus nachvollziehbar aber für mich dennoch einerseits ein wenig erstaunlich und andererseits sehr positiv. Das Leben in Italien hat offenbar nicht nur "ferienhalber" einen Reiz - wie schön! Genau das habe ich damals auch bei Margerita erlebt. Sie wuchs ja mit spanischen Eltern in Stuttgart auf und folgte den Eltern mit 21 nach Spanien. "War das kein Problem für Dich?" fragte ich sie damals und bekam ein einfaches "Nein" zur Antwort.
Ganz zum Schluss fanden Dietlind und ich noch heraus, dass sowohl unsere älteren, als auch die jüngeren Töchter jeweils in genau demselben Beruf arbeiten. Was für ein witziger Zufall...
Beitrag 10: Kurz vor der Weiterreise oder doch nicht...?
10.10.2026 Herisau
Nun sind wir wieder zu Hause in Herisau. Morgens kurz nach 5 startete der SEEMOEWEN-Motor und gegen 16:00 Uhr trafen wir zufrieden und wohlbehalten zu Hause ein. Keine Selbstverständlichkeit! Im Gegensatz zu meiner Reise nach Italien, die von Staus, Unfällen und Hitze geprägt war nun eine völlig unspektakuläre amgenehme Rückreise. War schon gut, dass wir uns ablösen konnten. Wenn man ermüdet und sich dann abwechselt, trägt das zu einer sicheren und entspannteren Reise bei. Wir steuerten ein paarmal einen "AUTO GRILL" an und genossen dabei die letzten italienischen Cafè oder Cappucinos. Einfach schön diese Italianata! Auch der Halt im Mövenpick Bellinzona - der ebenfalls fast fix zur Reise dazugehört - ist etwas Schönes: Du weisst, dass Du wieder in der Heimat bist - alles wieder "bekannt" und "vertraut". Bei allem Reiz, den das Fremde und Unbekannte in den Ferien ja ausübt und die Ferien spannend und unterhaltsam macht ist auch das "Nach Hause Kommen" ein sehr schönes Gefühl für mich!
Alles in allem habe ich also sehr schöne, abwechslungsreiche und zufriedene 6 Wochen in Italien verbracht und "nach Plan" würde nun nach einer kurzen Phase in der Schweiz die Fahrt nach Spanien folgen - Teil 2 also.
Allerdings dämmert mir aktuell, dass sich meine Handverletzung allenfalls als Spielverderber erweisen könnte. Ich habe erst am 26.10. einen Termin für eine Kontrolle, und wenn es danach noch einen Eingriff bräuchte - was ich mir aktuell gut vorstellen kann - dann wird die Abreise ganz sicher um einige Wochen hinausgeschoben. Aktuell ist die Schwellung der Hand zwar stark zurückgegangen und doch herrscht noch kein "Normalzustand". Der Mittelfinger und der daneben liegende sind nach wie vor am ersten Gelenk gehandicapt und nicht schmerzfrei bei Belastung und starker Beugung. Die Beugung selber ist nach wie vor eingeschränkt. Ich kann mir also langsam vorstellen, dass es dort doch zu einem Bruch gekommen ist. Es wäre das erste Mal, dass ich mir in meinem Leben etwas gebrochen hätte. Ich bin gespannt, was die Untersuchung ergeben wird. Morgen steht aber erst mal etwas spannendes auf dem Programm - ich gehe den blauen CLEVER Camper anschaun :-)
