FUSION (EN-C)

FUSION heisst der brandneue EN-C Flügel von FLOW Paragliders. Rechtzeitig für die Saison in Australien, dafür genau zum Beginn des europäischen Winters, kam der Flügel auf den Markt. Die Gütesiegeltests hat er aus meiner Sicht mit Bravour bestanden. Es lohnt sich, diese anzuschaun. Sie lassen gemässigte Reaktionen erwarten und bilden die Basis für fliegbare Leistung bei XC und für Wettkampfeinsteiger. Noch konnte ich nicht das ganze Verhalten abchecken, aber so langsam formt sich mein Bild, das ich von diesem Flügel bekomme. Den untenstehenden Text ergänze ich laufend.

Aktueller Stand: 8.2.2020 und 8 Flüge und rund 10 Stunden

Erste Eindrücke...

Nach einem Gleitflug am Kronberg mit der Grösse M machte ich mich im Dezember an einem schönen Tag auf nach Fanas. Ich kraxelte bis auf 2041 Meter - gleich neben der Ostflanke. Weiter oben wird es mir zu steil zum Auslegen.

Beim Sortieren der Leinen fällt auf, wie wenig es sind. Wirklich beeindruckend, wie man heutzutage wenig Leinen braucht. Die Hybridkonstruktion (siehe die Zeichnung ganz oben) von Félipe trägt gewiss noch ein bisschen dazu bei. Sortieren also ganz einfach und so auch der Start.

An dieser Stelle muss ich nun gestehen, dass ich an diesem Tag statt des S einen ML eingepackt hatte. Der hat einen Gewichtsbereich von 92-115 kg. Mit meinen rund 85 kg Abfluggewicht war ich an diesem Flügel also klar untergewichtig und das Verrückte ist - ich habe es nicht gemerkt. Der FUSION kam auch im ML-size sehr brav hoch (windstill), ohne Tendenz zum Hängenbleiben oder Ueberschiessen.

         

Die Anfangsphase des Fluges (ich = dummy) war geprägt von Höhenverlust...  Nach 20 Minuten - ich befand ich mich am Tiefpunkt auf 1670 Meter - fand ich Thermik, die mich endlich nach oben brachte - langsam und Meter für Meter. Der Einstieg war mega eng - direkt an der Krete und ich musste auf engstem Raum zirkeln und versuchen, im Aufwindbereich zu bleiben. Umso erstaunlicher ist, dass mir das mit dem übergrossen Flügel überhaupt gelang - zum Glück. Der FUSION zeigte sich als wendig und in der Folge habe ich ihn dann wirklich oft gequält mit starkem Steuerausschlag und Gegenbremsen, um möglichst langsam und eng in der schwachen Thermik Höhe zu machen. Der FUSION hat das toll mitgemacht! Ich würde das als eine klare Stärke von ihm ansehen, dass man ihn in der Thermik sehr eng rannehmen kann und wenn man berücksichtigt, dass der Flügel untergewichtig geflogen wurde ist es umso erstaunlicher, dass das alles ohne Abreisstendenz und mit willigem Drehen möglich war! Langsam, langsam kam ich auf Höhe und befand mich - eine gute halbe Stunde nach dem Start - wieder auf Startplatzhöhe.

Othmar war unterdessen mit seinem Nyos auch gestartet und konnte seine Startplatzhöhe von Anfang an gut verteidigen und ausbauen. Nach 40 Minuten waren wir wieder zusammen und konnten ein bisschen in der Thermik vergleichen und (ganz wichtig) Fotos und Videos machen.

Kurz - es war heute keiner in Fanas, der mich ausdrehen oder von unten einholen konnte. Das bestärkt mich in dem Eindruck, dass der FUSION eine sehr gute Leistung in schwacher bis mittlerer Thermik hat (max Steigen bei mir 2.7m), dürfte aber auch dem geringen Gewicht zu verdanken sein. Was ich aus diesem Flugtag ausserdem mitnehme ist also die unabsichtlich erlangte Erfahrung, dass der FUSION kein Problem mit wenig Gewicht hat. Ich kann ihn wirklich im ganzen Gewichtsbereich empfehlen. Dies dürfte vor allem für wirklich Leichtgewichtige interessant sein. Probier das S erst mal aus - es könnte auch für Dich passen!

Nachdem ich den Sassauna so schön überhöht hatte machte es mich an, reinzulanden. Ist doch immer wieder spannend.

Nach dem erneuten Start flog ich nochmal die Thermikritsch ab im Westen, aber jetzt wurde es langsam langweilig. So machte ich mich - trotz geringer Ausssichten auf viel Thermik - auf den Weg zum Höchsteli.

Mit ständigem Höhenverlust, aber dennoch gutem Gleiten kam ich dort an. Othmar, der mir folgte, konnte aus dem stark verschneiten Gelände nochmal 100 Meter rauskitzeln. Wir flogen nun wieder Richtung Haupttal und querten später Richtung Fanas. Vergleicht man den Gleitflug von Othmar mit seinem EN-B und den vom FUSION, dann kann man klar den Unterschied im Gleiten erkennen. Ich sah meist Gleitzahlen von 9, 10 und höher. Mit der C/B Steuerung lässt sich der Anstellwinkel effizient regulieren und man gewinnt durch den eingesparten Widerstand (Bremseinsatz) schlicht und einfach Gleitleistung. Mit der kann man echt was anfangen - ich freue mich drauf!

So, das war nun mein erster Eindruck mit dem FUSION - unabsichtlich in untergewichtiger Variante, aber dennoch sehr interessant und informativ.

Am 5. Januar 2020 - konnte ich dann einen weiteren Flug am Kronberg machen - diesmal mit der richtigen Grösse und dem FUSION im Design Ocean.

Ich startete ca. um 13:00 Uhr - schon ein paar waren voraus gestartet und man konnte zwei Piloten beobachten, die auf der Südseite leichtes Steigen gefunden haben und sich eine Weile dort halten konnten. Als ich startete waren alle Schirme weg - ich wollte aber auch versuchen, etwas aus der Südseite herauszukitzeln. Zuerst war nichts zu finden und erst recht spät und bereits zu tief, um noch auf die Nordseite zu kommen, fand ich Steigen - ohne Vario eine spannende Sache und ich musste mich fest an den Tannen und dem Gelände orientieren und natürlich auf die Thermikeigenschaften konzentrieren. Es war genial, wie präzis und sauber ich den FUSION in dieser extrem schwachen Thermik steuern konnte und ich sehe, dass auch dieser Flügel das hat, was mir am XCRacer so gefällt - ein wunderbares Thermikgefühl. Dass ich ohne Vario diese schwachen Bedingungen ausfliegen konnte und ca. 150 Meter Höhe machte (reichte dann auch für an die Nordseite) ist für mich ein wunderbares Indiz für das, was in der kommenden Saison mit dem FUSION möglich sein wird.

Wintertraum am 26.1.2020

Ich hatte Glück, dass ich mich nicht vom gedämpften Wetterbericht abhalten liess und am Sonntag 26.1. dennoch nach Fanas fuhr. Zusammen mit 3 Fliegerkollegen machten wir uns auf zum Fusse des Sassauna. Unser Optimismus wurde reichlich belohnt und wir erlebten einen raschen Aufbau fast frühlingshafter Thermik. Ideal, um den FUSION in der richtigen Grösse nochmals zu testen und mit einem Flug von 2:37h und geflogenen 46 km kann ich nun doch schon wieder etwas mehr Erfahrung weitergeben. Der Flug bestärkt mich darin, dass der Fusion ein schöner und zügig fliegender Flügel ist, der in der Thermik sehr ruhig steigt, dabei schön eng genommen werden kann und immer gut läuft. Kein "Stehen bleiben" und keine Nickerei um die Querachse.

Im Vergleich mit dem GIN EXPLORER, (EN-B) der für mich in der Thermik als Referenzmodell gilt, macht er sich gut - aber auch nicht besser. Der EXPLORER steigt in der Thermik wirklich sagenhaft. Im Tempo allerdings meine ich ist man mit dem FUSION (EN-C) dann gleich einen tick schneller und beim Beschleunigen kann er einen oben drauflegen. Insgesamt blieb er sehr ruhig und hatte nur wenig Unruhe in der Kappe und keine Klapptendenzen. Das Fliegen an den C-handles gefällt mir nach wie vor super beim FUSION - allerdings mit den Winterhandschuhen geht das nur sehr eingeschränkt.

Mit dem FUSION unterwegs im Rheintal - 26.Januar 2020...

8.2.20 Drehwurm in Fanas

Mit einem Hike auf den winterlichen Sassauna begann dieser spezielle Flug in Fanas. Die Thermik konnte sich hier nur gaaanz schwach ausbilden und Fanas konnte an diesem Tag tatsächlich nur gerade mal die schwache Prognose erfüllen...

Das hiess, dass ich mit dem Fusion rund 90 Minuten in einem Bereich von rund 500 Meter Durchmesser un der schwachen Thermik ums "Ueberleben" kämpfen musste. Der FUSION hat mir dabei sehr gefallen und konnte im Vergleich zu meinem Referenzgerät - dem EXPLORER von GIN - punkten. Die apürbar höhere Geschwindigkeit beim Kreisen ermöglichte immer wieder das Mitnehmen von pulsierenden Blasen und das Umsetzen in Höhe, wo der Explorer zwar auch eine gute Falle machte, aber dennoch eher im Nachteil war. Das extrm enge Fliegen mit für meine Begriffe erstaunlich wenig Kurvensinken machten es möglich, die vielen extrem schwachen Phasen zu überstehen.

Ueber dem Tal angekommen dann ein erster Test des Stallverhaltens. Der Flügel brauchte extrem lange, bis nach einem gefühlten Sackflug dann endlich der Abriss kam. Ich werde das noch mehrmals testen. Nach dem Loslassen absolut ruhiges anfahren und sofortige Beruhigung der Kappe. Mehrfacher massiver Seitenklapper (50%) ohne Gegensteuern mit leichtem Abdrehen und selbständiger Oeffnung. Nicht impulsiv. Sehr schön. Ohren Anlagen geht dank der separierten äusseren A-Leine einfach und der Flügel bleibt ruhig - auch die Ohren flattern nicht. Steilspirale liefert erhebliche Sinkwerte - nichts für mich ;-). Beim Speedtest ermittle ich rund 15 km Beschleunigung.  Mit dem FUSION werde ich ganz sicher in die XC-Saison starten und bin sehr gespannt, wie ich die Fähigkeiten dieses Flügels in Tempo umsetzen kann!

Zusammengefasst: Am FUSION entsteht keine Aufregung, er dreht willig ein und auch sehr enges Drehen ist möglich. Dabei kann er sehr feinfühlig und präzis im optimalen Bereich gehalten werden. Ich fand, dass die Kappe sehr ruhig war (Othmars Klapper an einer ruppigen Stelle war klar grösser), Den Steuerdruck empfinde ich (in der richtigen Grösse :-) ) als angenehm. Gutes, sattes  Gefühl im Vollgas. Rund 50 km/h stellen sich bei mir bei Vollgas ein. Das Fliegen mit den Handles kommt mega 2-Leiner-mässig rüber und dürfte analoges beschleunigtes Fliegen ermöglichen wie mit einem 2-Leiner.

Der FUSION kommt mir als "wohlerzogener, agiler und leistungswilliger" Flügel rüber -  und "ja" - im übrigen, da ich ja nun zwei Saisons mit dem XC-Racer geflogen bin, fiel mir doch sofort auf, wie ruhig beim FUSION die Oehrchen sind ;-) 

Startgewicht: ca. 84 - 85 kg (also mittendrin beim S)

Gurtzeug: ADVANCE Lightness3

Bis es von mir einen Testvideo gibt dauert das noch. Als nächstes werde ich die Sicherheit anschaun und Stall, Vrille sowie Klapper ausprobieren....     Schaut einfach wieder mal rein, oder noch einfacher - "probefliegen"!

Fotos vom Fusion: Othmar Hauser, Ariane Brunner

 

Weitere Infos:

Lagerbestand:

2 M

1 S

WINTERTRAUM mit dem FLOW FUSION S

Interview mit Félipe über den neuen Fusion (EN-C)

Jetzt ist er in allen Grössen lieferbar. Die Grössen S und M stehen bei mir als Tester zur Verfügung. Der Winter bietet eine gute Gelgenheit den Fusion kennenzulernen - im nächsten Frühjahr wird er zeigen, was in ihm steckt. Ich freue mich schon sehr auf diesen C-Schirm! Im Interview berichtet Félipe selber über seine Absichten und die Neuerungen beim FUSION   mehr Infos zum FUSION von MyParaworld.ch 

FUSION auf Strecke im Dachsteingebirge

Macht Erwartungsvoll - Erste Competition Resultate des Fusion

Testbericht von Ziad Basil

Und das meinen meine Kunden zum FUSION von FLOW...

Den ersten feed-back, den ich hier gerne veröffentliche ist von Simon G. Er fliegt den FUSION M an der oberen Gewichtsgrenze...


Konnte den Fusion nun während rund 15h fliegen - Bise-Soaring, als auch thermisch kleine Strecken. Abfluggewicht ca. 99kg..

Bisher bin ich voll und ganz zufrieden - speziell das Gleiten im Trim bis Halbgas ist souverän! Auch die C-Handels können überzeugen. Einzig die Bremswege finde ich default-mässig etwas lange geraten - 2cm kürzen hat da aber geholfen.. Simulierte Klapper - egal welche Variante - sind gut zu managen und entsprechen den Erwartungen. Ein SIKU wird diesbezüglich aber sicherlich noch weitere Inputs liefern..

Abschliessend kann ich noch festhalten, dass der Fusion M eher hoch beladen schöner zu fliegen ist (Unterschied 85kg zu 99kg war eindrücklich).

Ich freue mich jedenfalls auf die kommende XC-Saison :-)