Generationenkonflikt?
Man hört ab und zu vom "Generationenkonflikt". Meist vermutlich, wenn die jüngeren Generationen das Gefühl haben, benachteiligt zu sein. Z.B. bei der AHV Initiative für eine 13. Rente für Pensionierte, aber auch ganz allgemein, wenn es um die Frage der Altersvorsorge geht.
Aus meiner Sicht kann man in einzelnen Fragen wohl darüber nachdenken, ob man allen Generationen gerecht wird mit einem bestimmten Vorgehen. Ganz grundsätzlich aber kann man festhalten, dass alle Menschen die gleichen Situationen durchlaufen - von der Jugend bis zum Alter.
Als junger Mensch profitiert man von allem, was die Generationen vorher geleistet haben - ohne Gegenleistung. Sei dies die allgemeine Verfassung des Staatswesens oder aber konkrete Dinge, wie Schulen und Bildungswesen, Sporteinrichtungen, Wohlstand ganz allgemein usw. Als junger Mensch wächst man zuerst mal als Nutzniesser auf und profitiert von allem, was schon da ist.
Mit dem Einstieg ins Berufsleben beginnt man einen konkreten Beitrag an das Gemeinwesen und die wirtschaftliche Entwicklung zu leisten und natürlich wird man in erster Linie selbständig und für das eigene Wohl erstinstanzlich zuständig. In dieser Zeit sind die Belastungen durchaus hoch (z.B. mit Familie und Beruf), aber auch die Möglichkeiten, die sich bieten. Es ist die Zeit, in der man sein Leben gestaltet und letztlich auch für das eigene Alter Vorsorge trifft.
Im Alter wiederum darf man sich zurücklehnen. Man hat während der Berufszeit die älteren Generationen unterstützt sowie die jüngere auf dem Weg ins Erwachsensein begleitet. Nun kann man es langsamer angehen lassen - sich einbringen, dort wo man es will und swoeit möglich, das Leben geniessen. Man profitiert von denen, die jetzt im Arbeitsprozess sind. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für den Lebensunterhalt der Rentner.
Mit dem Tod wechselt das Vermögen der Verstorbenen zur nachfolgenden jüngeren Generation. Auch hier profitiert diese wiederum von dem, was die ältere Generation geschaffen und erhalten hat. Das kommt letztlich allen zu Gute - auch den jetzt Jungen.
In diesem Lebenskreislauf kann ich keine grundsätzliche Ungerechtigkeit erkennen. Es ist ein "System", das grundsätzlich ausgeglichen ist.
Anmerkung: Dass es hier nicht einfach um ein perpetuum mobile geht ist klar. Das Weltgeschenen ist nicht gleichmässig. Die Generation meiner Eltern z.B. stand nach dem 2. Weltkrieg vor einem Scherbenhaufen, den sie nicht selber angerichtet hatte. Dennoch hat sie sich später dazu entschieden, für Pensionierte eine AHV (Staatliche Rente im Umlageverfahren) einzurichten - notabene vorerst einmal für Menschen, die selber nie eingezahlt hatten unbd erst später für die eigene Altersvorsorge.